Erstellt am 18. Januar 2012, 00:00

Düstere Wolken über Oslip. 2. LIGA NORD / Momentan führt Schriftführer Walter Meth den Klub weiter. In dieser Woche will der Funktionär versuchen, das schier Unmögliche noch wahr zu machen.

Jozef Friga (l.) wird den FC Oslip in der Winterpause sicherlich verlassen. MARTIN IVANSICH  |  NOEN
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VON MARTIN PLATTENSTEINER

UND NINA SORGER

Ob das aktuelle Tabellenschlusslicht den Spielbetrieb weiterführen können wird oder nicht, steht noch in den Sternen. Schriftführer Walter Meth hat als einer der wenigen verbliebenen Funktionäre nun das Heft in die Hand genommen und versucht, den 1949 gegründeten Klub zu retten. „Fakt ist, dass ich den Verein mit einer Handvoll weiterer Vorstandskollegen bis zur nächsten Generalversammlung weiterführe“, erklärt Walter Meth. Diese soll im April oder Mai 2012 über die Bühne gehen. „Alles andere wird sich erst entscheiden.“

Spieler stehen schon  vor dem Absprung

Die wohl schwierigste Aufgabe wird für Walter Meth sein, Spieler zu finden, die sich bereit erklären, für den Verein zu kicken. „Die Spieler wurden informiert, dass wir aufgrund der finanziellen Situation – wir haben zwar keine Verbindlichkeiten, aber auch keine Zusagen von Gönnern – keine großen Sprünge machen können“, meint Meth. „Um konkurrenzfähig sein zu können, benötigen wir schon einen Kader von 16 Leuten.“

Einige Spieler sind jedoch schon weg – ganz klar, denn wer will sich schon auf ein Abenteuer einlassen und eventuell am Ende ohne Verein dastehen.

Jan Kummer geht nach Trausdorf, Patrick Prokop ist in Klingenbach. Alexander Mad wechselt zu Oggau. Tormann und Ex-Spielertrainer Erich Tremmel tendiert nach Klingenbach, Christian Schur soll sich mit dem SC Breitenbrunn einig sein. Benjamin Duhandzic wird kaum bei den Blau-Weißen bleiben wollen, Karlo Golubovic wird aus privaten Gründen die Packler im Frühjahr nicht für den FC Oslip schnüren und Andi Grusch tendiert nun doch zu einer Rückkehr zum ASV Steinbrunn. Auch die beiden Legionäre, Zoltan Finta und Jozef Friga, werden nur schwer zu halten sein. Ist das Spiel auf Zeit nicht ein Strohfeuer? „Es wird äußerst schwer“, ist sich Walter Meth bewusst, ein extrem schwieriges Unterfangen – etwas wie eine „Mission impossible“ – übernommen zu haben. „Aber man wird wohl auf ein Wunder hoffen dürfen.“

Bürgermeister Schumich:  „Ich weiß noch von nichts“

Der ehemalige Obmann-Stellvertreter Konrad Robitza hat sich bereits vom Klub verabschiedet. „Ich weiß momentan gar nicht, was da vorgeht und habe mit einem Schreiben an den Vorstand meine Funktionen zurückgelegt“, so der Ex-Funktionär. Auch Bürgermeister Johann Schumich agiert im Moment eher ratlos. „Ich weiß noch von nichts“, meint der Ortschef. „Es gibt am Wochenende eine Sitzung, wo alles geklärt werden soll.“