Erstellt am 26. August 2015, 08:26

von Rupert Kandlbauer

Hochschaubahn der Gefühle. Beim Spiel zwischen Sankt Andrä und Rust fuhren die Gäste-Emotionen Achterbahn.

Lange Zeit gab es kein Durchkommen. Auch in dieser Szene war Endstation für Rusts Valentin Unger (l.), der in St. Andräs Torwart Norbert Trusina seinen Meister gefunden hatte. Foto: Rupert Kandlbauer  |  NOEN, Rupert Kandlbauer

In der zweiten Halbzeit des Fußballspiels zwischen dem FC St. Andrä und dem SCF Rust versammelte sich ein Teil des Vorstandes der Gäste hinter dem gegnerischen Tor, um nach der 2:0-Pausenführung weitere Tore ihrer Elf zu sehen. Die Angriffe rollten auch auf das Tor der Heimmannschaft zu, aber was sich da vor dem Tor abspielte, war unglaublich.

Etliche Male tauchten die Ruster allein vor Torhüter Norbert Trusina auf, schossen vorbei oder konnte der Torhüter abwehren. Zudem vergab man allein im Fünf-Meter-Raum und schoss drei Meter über das Tor. Der Vorstand war nahe an einem Herzinfarkt, je mehr Hochkaräter versiebt wurden.

Ganz schlimm wurde es, als die Heimmannschaft einen ihrer wenigen Angriffe zum 1:2-Anschlusstreffer nutzte. Da sah man die pure Angst in den Augen von Obmann Thomas Balogh. Sektionsleiter Dietmar Stagl wetterte: „Wir könnten 8:0 führen und kriegen vielleicht noch den Ausgleichstreffer.“

Erinnerungen wurden wach, dass man solche Spiele schon öfters vergeigt hat – und als ein scharfer Schuss der Hausherren knapp über die Latte strich, wurde es ruhig hinter dem St. Andräer Tor. Doch dann kam die große Erleichterung: ein fulminanter Weitschuss von Domenic Steinhauser – dem besten Mann auf dem Platz – schlug in der 83. Minute ins Tor der Heimischen ein.

Der Jubel war unbeschreiblich, der Vorstand umarmte sich und man führte Freudentänze auf, als hätte man die Meisterschaft gewonnen.