Erstellt am 07. September 2011, 00:00

TOP-THEMA. REITSPORT / Daniela Fritz musste bei der EM auf einem fremden Pferd antreten und holte sensationell den zweiten Platz.

Drei Tage vor der Abfahrt zur Europameisterschaft nach Le Mans verletzte sich das Pferd von Daniela Fritz so, dass es nicht mit konnte. Enttäuschung, Tränen und Bangen waren nun an der Tagesordnung. Selbstlos und unbürokratisch stellten ihr Freunde ein Pferd zur Verfügung, natürlich mit einer anderen Longenführerin. Der einzige Wermutstropfen: Daniela war noch nie auf dem Pferd und hatte genau noch ein einziges Mal die Gelegenheit es auszuprobieren.

Mit dem Mut der Verzweiflung und dem Wunsch, allen zu zeigen, dass sie eine Spitzensportlerin ist, turnte sie vier Tage lang jeweils einen Durchgang. Auf Anhieb setzt sie sich nach dem ersten Durchgang an die Spitze. Beim ersten Kürdurchgang waren lediglich ganz kleine Unsicherheiten zu bemerken.

Fritz kämpfte bis zum  Schluss um Platz eins

Das ist jedoch nicht verwunderlich, wenn man seine Kür niemals auf dem Pferd geturnt hat. Am dritten Wettkampftag holte sie die Führung zurück und musste sich schließlich am Finaltag um 25 Tausendstel geschlagen geben. Am Ende gab es Silber für diese grandiose Leistung, ganz Österreich war stolz auf Daniela Fritz, nur sie selbst konnte die Enttäuschung schwer verbergen. Angesichts der schwierigen Umstände glänzte das Silber in der Hand letztendlich aber wie Gold. Florian Fritz ging es nicht viel besser. Auch er zeigte eine gute Leistung auf einem schwierigen Pferd, auf dem er nur zwei Wochenenden trainiert hatte. Er wurde mit jedem Durgang besser und sicherer und durfte mit einem neunten Platz am Ende zufrieden sein.