Erstellt am 15. Oktober 2014, 11:01

von Martin Ivansich

Ein Abtritt mit Folgen. Vier gesperrte Spieler, eine mögliche Geldstrafe bzw. Rückreihung bei Punktegleichheit — Halbturns vorzeitiger Abgang hat nun mehrere Konsequenzen für den Verein.

Abgang. Halbturns Spieler verabschiedeten sich nach vier Ausschlüssen in der 70. Minute vorzeitig unter die Dusche.  |  NOEN, Ivansich
Das 1. Klasse-Spiel am Wochenende zwischen Zurndorf und Halbturn wird allen Beteiligten wohl lange in Erinnerung bleiben. Was war passiert?

In Durchgang zwei fielen Schimpfworte

Nach 45 Minuten stand es in einer fairen Partie 1:1-Unentschieden. Nach der Pause sah zunächst Halbturns Routinier Wolfgang Knöbl nach einem taktischen Foul die Gelb-Rote Karte. „Unnötig, aber völlig zu Recht“, befand auch Halbturns Trainer Jürgen Bruck.



Wenige Minuten später wurde es turbulent. Halbturn reklamierte nach einem (nicht erfolgreichen) Angriff der Zurndorfer heftig Abseits - zu heftig. Marek Plichta brachte gegenüber Schiedsrichterassistent Karl Trimmel seinen Unmut zum Ausdruck und ließ dabei auch ein Schimpfwort fallen.

Die Folge? Rote Karte. Halbturns Abwehrchef Norbert Knöbl hatte in der gleichen Szene wegen Kritik Gelb-Rot gesehen. Zu diesem Zeitpunkt überlegte Halbturn bereits abzutreten, Trainer Bruck deutete aber sofort an, dass seine Spieler weitermachen sollen.

Vierter Ausschluss löste den Abgang aus

Dies taten seine Jungs auch bis zur 69. Minute. Zurndorf hatte in der Zwischenzeit mit drei Mann mehr das 2:1 erzielt. Gerald Talos wurde als vierter Halbturner und als dritter Gästespieler wegen Kritik von Schiedsrichter Albert Wandl frühzeitig zum Duschen geschickt.

Darüber ärgerte sich Bruck: „Er hat bereits drei Spieler von uns runter geschickt. Mit etwas Fingerspitzengefühl hätte er auch auf diesen Platzverweis verzichten können, dann hätte das Spiel vielleicht nicht so geendet.“ Referee Wandl, für den es in seiner 14-jährigen Tätigkeit als Unparteiischer übrigens der erste Abbruch war, entgegnete: „Der Spieler hat kritisiert und dafür die zweite Gelbe Karte bekommen.“

Die Gäste verließen daraufhin geschlossen den Platz. Eine Aktion, die natürlich nicht geschickt war: „Aber das ist eben aus der Emotion heraus passiert. Die Zuschauer waren sehr unruhig. Es war ein echter Hexenkessel, der aber — und da gilt es Zuschauer und Spieler beider Teams zu loben — nicht explodierte. Wenige Minuten danach war uns bewusst, dass wir nicht viel damit bewirken können“, so Bruck.

Halbturn muss mit Strafen rechnen

Der Halbturner Coach nahm auch seine Spieler in die Pflicht: „Es war schon zum Teil unsere Schuld. Das wird auch alles intern aufgearbeitet und für den einen oder anderen Spieler Konsequenzen geben.“ Bruck stellt aber auch klar: „Wir lassen uns dadurch nicht unterkriegen und werden so wie bisher in dieser Saison zeigen, dass der USV Halbturn eine faire und gute Truppe ist. Dafür reißen wir uns den A.... auf. “

Zuvor (morgen, Donnerstag) muss sich der Verein aber noch vor dem Straf- und Meldeausschuss (Struma) verantworten, wo neben den Sperren für die vier Spieler eine Geldstrafe sowie eine Rückreihung bei Punktgleichheit im Raum stehen.

„Von einer Geldstrafe ist auszugehen. Zur genauen Höhe der Strafe kann ich keine Angaben machen. Der Strafrahmen liegt zwischen 100 und 15.000 Euro. Eine Rückreihung bei Punktegleichheit ist ebenfalls sehr wahrscheinlich“, so Karl Schmidt vom Burgenländischen Fußballverband.

BVZ.at hatte am Wochenende berichtet: