Erstellt am 31. August 2016, 04:36

von Daniel Fenz, Michael Pekovics und Carina Ganster

Basketball zieht um, Stinatz ist im Konkurs. ASKÖ Stinatz ist mit 266.500 Euro verschuldet. Basketballer blasen Vereinsgründung ab, finden aber Lösung für den Nachwuchs.

Basketball in Güssing ist Geschichte. Einzige positive Nachricht in der Causa: Für die 70 Nachwuchsspieler gibt es das Angebot, dass sie zum Verein „Jussi Jennersdorf/Fehring“ wechseln können.  |  BVZ

Gleich zwei Vereine verabschieden sich von der südburgenländischen Sportbühne: Der Fußballklub ASKÖ Stinatz hat Schulden von 266.500 Euro, dem Eigenantrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens wurde stattgegeben.

BSV Güssing-Chef Zweiler: „Wir geben auf“

Und die BSV Güssing, also der neue Basketballverein nach der Pleite der Knights, gab bekannt, den Spielbetrieb im heurigen Jahr erst gar nicht aufnehmen zu wollen. Grund dafür ist die Einstufung der BSV als „Knights-Nachfolgeverein“ durch den Österreichischen Basketballverband (ÖBV). Der neue Verein hätte für alle offenen Verbindlichkeiten der Knights aufkommen müssen.

„Der ÖBV ist nicht daran interessiert, uns zu unterstützen und hat gegen die eigenen Statuten entschieden“, ärgert sich Obmann Richard Zweiler, der die Beitrittsverhandlungen mit dem ÖBV abgebrochen hat: „Wir geben auf.“

Einzige positive Nachricht in der Causa: Für die rund 70 Güssinger Nachwuchsspieler gibt es ein Angebot der „Jussi Jennersdorf/Fehring“. Für Obmann Karl Baldauf, selbst gebürtiger Güssinger und zweifacher Landesmeister, eine Selbstverständlichkeit: „Dieses Potenzial kann man nicht fallen lassen, mit Yao Schäfer und Daniel Müllner kommen auch zwei renommierte Nachwuchstrainer zu uns. 48 Jugendliche haben wir bereits.“

Stinatzer Aus: ein zu großer Schuldenberg

Damit ist zumindest sichergestellt, dass die Nachwuchsteams an Meisterschaften teilnehmen können. „Wir werden an allen Bewerben teilnehmen und suchen nach Sponsoren“, sagt Baldauf. Ausgetragen werden die Spiele an drei Standorten: Im Sportgymnasium Jennersdorf, in Fehring und im Aktivpark.

Gar keine Hoffnung mehr gibt es hingegen für den ehemaligen BVZ Burgenlandliga-Verein ASKÖ Stinatz, der am Montag den Eigenantrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt hat. Den 1. Klasse-Spielbetrieb hat der Klub bereits im Mai stillgelegt, nachdem bei der Generalversammlung der Vorstand aufgrund von Ungereimtheiten in der Rechnungslegung nicht entlastet worden war und zurücktrat.

Der Spielbetrieb wurde in Stinatz schon länger eingestellt. Eine Vereinsauflösung wurde abgelehnt, ein Konkursverfahren eröffnet.  |  BVZ

„Die Ursachen der Zahlungsschwierigkeiten liegen in zu hohen Gehältern der Spieler, die nicht mit dem Spielbetrieb und Sponsorengeldern erwirtschaftet werden konnten. Bezüglich der Ungereimtheiten der Finanzgebarung sind bereits Strafverfahren am Gericht anhängig“, heißt es in einer Aussendung des Gläubigerschutzverbandes „Creditreform“. Die Aktiva betragen 13.000 Euro, ihnen stehen Passiva von rund 266.500 Euro gegenüber. Sechs Gläubiger, davon Banken, das Finanzamt und die Gebietskrankenkassa, sind betroffen.

Sowohl Ex-Obmann Gerald Koschitz, als auch Bürgermeister Andreas Grandits wollten keine Stellungnahme abgeben. Nur soviel, dass in einer außerordentlichen Generalversammlung am 12. August die Vereins-Auflösung abgelehnt wurde.

Doppel-Pleite im Bezirk: Auch das Güssinger Stadtcafé ist in Konkurs, siehe unten bei "Mehr zum Thema".