Erstellt am 04. April 2012, 00:00

Besser nervös als naiv. 2. KLASSE B SÜD / Angespannte Mühlgrabner siegen im Derby klar mit 7:1. Minihof verpatzt gute Leistung mit Naivität.

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VON CARINA GANSTER

MÜHLGRABEN - MINIHOF LIEBAU 7:1. Wahrscheinlich zum letzten Mal trafen sich rund 500 Zuschauer zum großen Bezirksderby, denn nach dem klaren 7:1-Heimerfolg wird dem SV Mühlgraben der Titel wohl nicht mehr zu nehmen sein. Das glaubt auch Obmann-Stellvertreter Rudi Roposa: „Ich denke, dass war das letzte Derby“, meinte er im Gespräch mit der BVZ.

Dabei war der überlegene Tabellenführer vor dem Spiel ordentlich unter Zugzwang geraten. Die Verletzungen von Spielertrainer Borut Gerencer, der nur auf der Bank saß und Ibrahim Herceg, ließen Nervosität aufkommen, die sich auch in den ersten 30 Minuten des Spiels niederschlug. Die Gäste, die auf ihren Defensivmann Alex Prem verzichten mussten – er war gesperrt – kamen besser ins Spiel. „Die ersten 20 Minuten waren wir sehr nervös. Da war eindeutig Minihof Liebau die bessere Mannschaft“, sagte Roposa.

Roland Friedl und Peter Gerencer glänzten zwar mit je einer hundertprozentigen Chance auf den Führungstreffer, aber Gästetormann Albert Fink tat dies mit seinen Paraden zu Beginn des Spiels ebenso. Minihofs Neuzugang Tadej Hari sorgte dann in Minute 25 für den viel umjubelten Führungstreffer, ehe die Heimischen einen Zahn zulegten und ihre wahre Klasse ausspielten. „Unsere Abwehr ist dann mit der Offensivabteilung der Mühlgrabner nicht mehr zurecht gekommen, viele Fehler durchkreuzten das Spiel“, erklärte Minihofs Pressesprecher Daniel Meitz.

Nach einem Foul von Bekim Suka verwandelte Michael Schadenbauer einen Elfmeter und läutete den Umschwung ein, der in sieben Minuten eine 4:1-Führung der Heimischen brachte.

Marius Koller musste nach  Spuckattacke vom Platz

 

Trauriger Höhepunkt in der dazu noch spielentscheidenden Phase war eine Rote Karte für Minihofs Stürmer Marius Koller. Nach Angaben von Schiri Stefan Molnar spuckte Koller ihm ins Gesicht und beschimpfte ihn. „So etwas ist mir in 20 Jahren noch nicht passiert. Die Strafe wird dementsprechend ausfallen. Ich rechne mit rund 14 Spielen Sperre“, so der Kommentar von Molnar. „So eine Aktion hat im Sport nichts verloren, aber Marius muss sich selbst verantworten“, geht Meitz kritisch mit seinem Spieler ins Gericht. Nach der Pause versuchten die Gäste zwar noch eine kapitale Niederlage zu verhindern, kamen aber gegen elf Mühlgrabner nicht an.

„Wir haben zu naiv agiert, obwohl wir gar nicht so schlecht gespielt haben, wie es das Ergebnis ausdrückt. Die Stimmung war zudem auch schon einmal besser bei einem Derby, weil die Rivalität nicht mehr so ist, wie früher“, resümierte Minihof Pressesprecher Daniel Meitz das Spiel.