Bocksdorf , Deutsch Kaltenbrunn

Erstellt am 07. September 2016, 04:56

von Carina Ganster

Skandal in Bocksdorf: „Rassismus hat hier nix verloren“. Nach einem Foul eskalierte die Situation zwischen Spieler und Zuschauern beim 2. Klasse Süd B-Spiel Bocksdorf gegen Rohrbrunn.

Rote Karte für Rassismus: Zwischen Bocksdorf und Rohrbrunn eskalierte die Situation um einen afghanischen Spieler.  |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Zu unschöne Szenen kam es am Bocksdorfer Sportplatz beim Spiel gegen Rohrbrunn, das die Gastgeber letztlich mit 3:2 gewannen. Die gegenseitigen Vorwürfe lauten: rassistische Beleidigungen.

„Lass mich von niemanden als Nazi bezeichnen“

So musste sich Mohammad Rafi laut Trainer Hazim Sahbegovic zahlreiche Kraftausdrücke von Zuschauern gefallen lassen. Der gebürtige Afghane kickt für Bocksdorf und lebt seit mittlerweile drei Jahren im Südburgenland. Zuvor sah Rafi nach einem schweren Foul die Gelb-Rote Karte von Schiri Leopold Ohr.

„Völlig zu unrecht, weil eigentlich Leutrim Shala gefoult hat. Trotzdem hat Rassismus hier nichts verloren. Hätten die Zuschauer nicht provoziert, wäre es nicht so weit gekommen“, meint Bocksdorfs Obmann Johann Krammer, der aber auch bedauert, dass die Situation dann so eskalierte.

Denn als Konter auf das verbale Match zwischen Zuschauerraum und Spielfeld flogen dann auch seitens der Bocksdorfer Kicker die unschönen Worte Richtung Rohrbrunner Zuschauer. Im Mittelpunkt der Vorwürfe: Ein Spieler soll den Rohrbrunner Obmann-Stellvertreter Reinhold Novosel einen „Nazi“ genannt haben.

„Ich lass mich von niemanden als Nazi bezeichnen und fordere Sanktionen vom Verband. Wir haben uns in dieser Situation richtig bedroht gefühlt, als die halbe Bocksdorfer Mannschaft auf uns losgestürmt ist“, schildert Novosel die Sicht seiner Dinge. Eine Zuschauerin hat daraufhin die Polizei verständigt. Von den Beamten der Polizeiinspektion Stegersbach hieß es auf Nachfrage der BVZ: „Es gibt keine Anzeige, nach unserem Eintreffen haben sich alle gütlich geeinigt.“

Bocksdorfern könnte eine Geldstrafe drohen

Der Vorfall wird aber die Gremien und auch beide Vereine noch weiter beschäftigen, denn der SV Rohrbrunn schickte am Montag nach dem Spiel eine Sachverhaltsdarstellung an den Burgenländischen Fußballverband.

„In Absprache mit dem Präsidenten werden wir nun prüfen, ob ein Verfahren gegen Bocksdorf eingeleitet wird“, sagt BFV-Sekretär Karl Schmidt. Im Falle einer Verurteilung droht dem SV Bocksdorf übrigens aufgrund des „Nazi-Vorwurfs“ nach Paragraph 112 der ÖFB-Rechtspflegeordnung (Rassismus) eine Strafe über 1.000 Euro.