Erstellt am 09. April 2014, 09:40

von Michael Pekovics

„Bruder“-Duell wird zum Kassenschlager. Güssing Knights / Die Ritter treffen im Play off-Viertelfinale auf die Oberwart Gunners. Mindestens drei Burgenlandderbys sind garantiert.

Das ewig junge Südburgenland-Duell im Basketball: Güssing Knights gegen Oberwart Gunners. Foto: Michael Pekovics  |  NOEN, Michael Pekovics
Wie oft war von Oberwarter Seite in Richtung Güssing mit den Worten „der kleine Bruder“ geätzt worden. Jetzt haben die magnofit Güssing Knights endgültig die Chance, dem vermeintlich „großen Bruder“ aus dem nördlichen Nachbarbezirk eins auszuwischen.

Riesenfreude: „Diese Platzierung ist sensationell“

Nach der knappen Niederlage am Sonntag gegen Kapfenberg beendeten die Ritter die reguläre Meisterschaft auf Rang zwei, damit kommt es in den vier Viertelfinalpaarungen zu vier Bundesländer-Derbys. Auch wenn die Enttäuschung über den verpassten ersten Tabellenplatz bei den Spielern recht groß war, brennen sie bereits jetzt auf die Duelle mit den Gunners.

„Diese Platzierung ist sensationell, damit hat niemand gerechnet“, freut sich Assistantcoach Daniel Müllner. „Mir wäre Fürstenfeld zwar lieber gewesen, weil ich sie nicht so stark einschätze wie Oberwart. Dafür stehen uns jetzt mindestens drei tolle Südburgenlandderbys bevor, die Fans können sich auf tolle Spiele mit viel Emotion einstellen.“

Wer drei Mal gewinnt, steht im Halbfinale

Die Viertelfinalpaarungen werden „Best of five“ gespielt, wer also zuerst drei Spiele gewinnt, steht im Viertelfinale. In der regulären Meisterschaft haben die Ritter die Gunners zwei Mal besiegt (83:72 zuhause, 79:70 auswärts), dementsprechend wird die Mannschaft auch auftreten, kündigt Müllner an: „Wenn der Zweite gegen den Siebenten spielt, ist die Favoritenrolle klar verteilt. Das heißt aber auch, dass wir so auftreten müssen. Oberwart hat keine schlechte Mannschaft, einen neuen Coach und durch viele Siege in der Hauptrunde zwei jede Menge Selbstvertrauen tanken können.“

Nun geht es darum, sich so gut wie möglich auf die kommenden Spiele vorzubereiten. „Die Spieler kennen wir, aber was sich unter dem neuen Trainer verändert hat, müssen wir erst genau analysieren“, gibt Müllner einen Einblick in seine Arbeit der kommenden Tage bis zum Sonntag.

Dann steigt nämlich schon das erste Play off-Viertelfinalderby und zwar am Sonntag, 13. April, um 18 Uhr, in Oberwart (siehe unten). Spiel zwei findet dann am Donnerstag, 17. April, um 19 Uhr (Skylive; Spielort sollte eigentlich Güssing sein; siehe unten) statt, Spiel drei steigt am 20. April in Oberwart.


UPDATE: Aktivpark gesperrt, "Heimspiel" in Oberwart

Zum für die Güssing Knights denkbar ungünstigsten Zeitpunkt scheint laut der Vereins-Webseite der Streit zwischen den Betreibern des Aktivparks und der Stadtgemeinde Güssing zu eskalieren: Den Rittern steht daher zum Auftakt der Play-Offs die Heimhalle nicht zur Verfügung.

Liga "musste aus Vorsichtsgründen reagieren"

"Um nicht Gefahr zu laufen, am Sonntag vor verschlossenen Türen zu stehen, hatte ABL-Präsident Mag. Karl Schweitzer bis Freitag 9.00 Uhr eine Deadline gesetzt, um eine sichere Zusage zu erhalten, dass der Aktivpark am Sonntag zur Verfügung steht. Da dies nicht möglich war, musste man aus Vorsichtsgründen reagieren", vermelden die Knights auf Ihrer Webseite. Somit wird das erste Heimspiel der Knights nun in der Sporthalle Oberwart stattfinden.

Fokus jetzt auf Heimspiel in zweiter Begegnung

Die Güssinger informieren: "Was heißt das konkret? Es handelt sich um keinen Spieltausch, Veranstalter dieser Begegnung und Heimteam sind damit die Knights."

Das brächte unter anderem für die Fans der Gunners die ungewohnte Situation, dass sie für eine Begegnung in der eigenen Halle als Gäste ganz normal ihren Eintritt an die Knights abliefern müssen. Umgekehrt "gelten die Saison- und VIP-Karten der Güssing-Fans natürlich bei dieser Begegnung".

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Stadtchef „weiß bis heute nicht, was genau vor sich geht“

Spiel 3 und ein allfälliges Spiel 4 der Serie finden wie geplant in Oberwart statt, im Fokus der Anstrengungen von Liga und Knights steht daher zunächst das am Donnerstag wiederum im Aktivpark angesetzte Spiel 2.

Güssings Bürgermeister Vinzenz Knor (SPÖ) meinte Freitag Mittag im Gespräch mit der BVZ: „Offiziell weiß ich noch nichts. Es gab zwar Mailverkehr zwischen der Gemeinde und dem Eigentümer, wo es heißt, dass ‚… es Folgen haben wird‘, aber ich weiß bis heute nicht, was genau vor sich geht. Der Mietvertrag zwischen der Gemeinde und dem Eigentümer ist meiner Ansicht nach aufrecht. Wenn ein Tatbestand vorliegt, die Halle also am Sonntag tatsächlich nicht zur Verfügung steht, werden wir rechtliche Schritte ergreifen.“

Müllner mit Dankesworten an den Rivalen

Daniel Müllner, Assistantcoach der Güssing Knights, erklärt, warum die Halle nicht zur Verfügung steht: „Seitens des Eigentümers wurden Maßnahmen angedroht, die Halle zu sperren. Das heißt, es kann sein, dass die Halle morgen zugesperrt ist – das wissen wir aber nicht fix. Um sicher zu gehen haben wir uns um die Verlegung nach Oberwart bemüht.“

Zahlreiche hektische Telefonate mit dem Management der Gunners und der Stadtgemeinde Oberwart folgten, dann wurde die Lösung präsentiert. „Zunächst ein Danke an die Gunners, dass sie uns entgegen kommen, auch wenn die Verlegung für sie sicher kein Nachteil ist. Aber trotzdem ist es nicht selbstverständlich, weil ja alles für das Spiel organisiert werden muss.“

„Negative in positive Energie verwandeln“

Sportlich sei die Verlegung sicherlich ein Nachteil, nun gehe es aber darum, „die negative in eine positive Energie umzuwandeln“: „Wir werden die Spieler in eine ‚Jetzt erst recht‘-Stimmung versetzen“, kündigt Müllner an.

Bis morgen haben er und der Verein aber noch  jede Menge zu tun. „Wir werden das Büro, das sich ja im Aktivpark befindet, ausräumen, weil wir ja nicht wissen ob wir noch mal in die Halle reinkommen. Sonst haben wir nicht mal Dressen.“

„Eine Ausnahmesituation für alle Beteiligten. Wir helfen Güssing natürlich gerne, an unserer Außenseiterrolle ändert sich aber nichts, auch wenn die Verlegung für uns natürlich kein Nachteil ist“, erklärt Gunners-Manager Andreas Leitner. „Güssing wird Eintritt kassieren, unsere VIP- und Saisonkartenbesitzer werden sich ein Ticket kaufen müssen.“