Erstellt am 07. August 2013, 00:00

Der Weg mit den Jungen. 1. Klasse Süd / Riedlingsdorfs Trainer Joachim Schwarz und seine Funktionäre sind sich sicher: Mit dem Nachwuchs – und nur einem Legionär – soll der Verein auch in Zukunft bestehen.

Neue Wege. Joachim Schwarz hat mit dem ASKÖ Riedlingsdorf einiges vor.  |  NOEN, Daniel Fenz

Die Funktionäre aus Riedlingsdorf fanden mit Joachim Schwarz einen Trainer aus dem Nachbarort Unterschützen. Mit Schwarz konnte ein junger, moderner Trainer bestellt werden, der den Weg des Vereins zu 100 Prozent unterstützt und junge Spieler forcieren möchte. Gemeinsam mit den Verantwortlichen wurde jetzt ein langfristiges Konzept entwickelt.

BVZ: Was sind die Eckpunkte des Riedlingsdorfer Weges?
Joachim Schwarz: Der Verein hat den Aufstieg in die 1. Klasse hauptsächlich mit jungen und einheimischen Spielern geschafft. Dieser Weg soll auch in der neuen, stärkeren Klasse fortgesetzt werden. Gerade jetzt, wo Vereine mit fast unbeschränkter Anzahl von Legionären spielen dürfen, haben wir uns entschieden, auf junge Spieler zu setzen und einen langfristigen gesunden Weg einzuschlagen – egal was am Ende der Saison rauskommen wird. Daher verzichtete man auch auf teure Transfers.

Verstehen Sie diese Entscheidung des Vorstandes?
Auf jeden Fall. Deswegen bin ich ja Trainer in Riedlingsdorf geworden. Ich habe ihnen bei den Vorgesprächen mein Konzept gezeigt, und da ich eigentlich aus der Nachwuchsausbildung komme, setze ich auf junge Spieler und denke langfristig. Da ich auch ein Wirtschaftler bin, versuche ich auch außerhalb des Spielfeldes den Verein durch mein Fachwissen zu unterstützen und befürworte natürlich den kostengünstigen Weg.

„Im Amateurbereich soll Geld nicht im Vordergrund stehen“

Wie sieht es mit Spielergehältern beim Verein aus?
Wir können mit Stolz behaupten, dass wir einer der wenigen Vereine sind, wo Kameradschaft und Zusammenhalt noch sehr wichtig ist und die Spieler kaum eine Entlohnung bekommen. Ich traue mich zu behaupten, dass der gesamte Kader weniger kostet, wie bei einem anderen Verein der eine ‚Star‘ in der Truppe. Und genau diesen Weg unterstütze ich zu 100 Prozent. Es soll im Amateurbereich nicht das Geld im Vordergrund stehen. Und genau das ist für mich auch richtungsweisend und sollte für andere als Vorbild dienen. Es geht sehr wohl auch mit jungen und einheimischen Spielern, doch viele Funktionäre sind leider nur erfolgsorientiert und wollen sich den kurzfristigen Erfolg mit teuren Spielern kaufen. Es muss bei den Vereinen wieder mehr der Grundgedanke eines gemeinnützigen Vereins in den Vordergrund gerückt werden.

Thema Legionäre: Wie viele ausländische Spieler hat der Verein?
Mit Geller und Nagy stehen zwei ungarische Legionäre im Kader, jedoch hat sich Nagy ein paar Tage vor Sommerübertrittsende schwer verletzt und wird voraussichtlich ganze Herbstsaison ausfallen. Natürlich haben wir überlegt, ob wir diesen Spieler durch einen anderen Legionär ersetzen. Doch da sich junge einheimische Spieler bereits bei den Trainings- und Vorbereitungsspielen anboten, haben wir uns entschieden, diesen Legionär durch eigene Spieler nachzubesetzen.

„Würde sofort regionale Gruppen im Play-off-Modus befürworten“

Ihre Ziele für die Saison?
Natürlich ist unser Ziel der Klassenerhalt. Doch wir wissen genau, dass wir den billigsten und wahrscheinlich einen der jüngsten Kader haben. Aber wir lassen uns von unserem Weg nicht abbringen und denken langfristig. Ich möchte die Truppe taktisch und spielerisch weiterentwickeln. Am Ende der Saison werden wir dann sehen, wo wir stehen. Weiters ist es mir ein Anliegen, die Reservemannschaft auch weiterzuentwickeln und hier Professionalität reinzubringen. Ich versuche auch, die Nachwuchsspieler bereits in den Erwachsenenbereich einzubinden. Die Jungen werden zu Trainings eingeladen, damit sie reinschnuppern können und sich an die Erste gewöhnen.

Wie sind sie mit der jetzigen Klasseneinteilung zufrieden?
Ich bin ein Wirtschaftler und zu der jetzigen Einteilung kann ich nur sagen, dass schleunigst etwas geändert werden muss. Die Klassen sind einfach zu groß, der Spielbetrieb dauert zu lange und ist zu teuer. Es kann nicht sein, dass teilweise unbezahlte Amateure in den unteren Klassen mehr Spiele als in der BVZ Burgenland- oder Regionalliga haben. Weiters muss mehr Wert auf Regionalität gelegt werden, da die Zuseher Derbys sehen wollen. Ich habe mir da auch schon meine Gedanken gemacht und würde sofort den Vorschlag von regionalen Gruppen – Play-off-Modus – befürworten.

Interview: Daniel Fenz