Erstellt am 21. Oktober 2015, 09:52

von Daniel Fenz

DKV Schlaining: Alles gut, bis aufs Geld. Die Frauen blicken auf viele Erfolge zurück. Ein Dorn im Auge ist ihnen dabei die Sportförderung. Der Ortschef wehrt sich.

Starke Kegel-Frauen. Lisa-Marie Pimper, Gabriela Nemes-Juhasz, Cordula Seybold, Eva-Maria Skolnik, Eva Pantzer, Teodora Marth (stehend v.l.), Simone Seybold, Loan Baumgartner, Martina Vegerbauer und Iren Nems (hockend v.l.) vom DKV Schlaining liegen derzeit in der Tabelle der Superliga Damen auf Platz acht. Gespielt wird übrigens auf den Bahnen im Gasthaus Marth, diese wurden zuletzt generalüberholt und werden durch Turniere und Spiele jährlich mittlerweile von rund 1.000 aktiven Athleten bearbeitet. Foto: Daniel Fenz  |  NOEN, Daniel Fenz
Die vielen positiven Aspekten beim Kegelverein DKV Schlaining werden derzeit durch ein (kleines) Problem mit der Gemeinde getrübt. Es geht wie immer ums liebe Geld – das fließe laut den Sportlerinnen zu wenig.

„Kegler werden gleich unterstützt wie die Fußballer“

Schlainings Martina Vegerbauer: „Leider ist es schwierig, glücklich und zufrieden in einer Gemeinde leben zu können, die einen nur minimalst unterstützt und kein Interesse für einen Verein hat, der in 14 Jahren Titel bei Landesmeister-, Staats- und Weltmeisterschaften in die Stadtgemeinde gebracht hat.“

Bürgermeister Markus Szelinger wehrt sich gegen diese Vorwürfe: „Der Kegelverein wird gleich unterstützt, wie die Fußballer oder andere. Wir können nicht unterscheiden, ob Champions League im Kegeln oder 2. Klasse gespielt wird.“ Fakt ist für ihn aber: „Wir sind stolz auf die Leistungen, die von den Frauen erbracht werden.“

Vegerbauer: „Kegeln ist kein Wirtshaus-Sport“

Sportlich lief und läuft es für den DKV Schlaining sehr gut. Die Südburgenländerinnen befinden sich in der Superliga Damen – Österreichs höchster Liga – und erreichten Platz sieben beim NBC-Pokal. Bereits 2009 eroberten sie Rang drei in der Championsleague. Und auch wenn sie im Nebengebäude eines Gasthauses spielen: „Kegeln ist kein Wirtshaussport mehr“, sagt Vegerbauer.

Stolz ist man im Verein auf die Renovierung der gesamten Anlage. Innerhalb von vier Wochen wurden die Bahnen neu errichtet, die Vereinsmitglieder halfen mit und durch die Selbstfinanzierung entstanden nur sehr geringe Kosten für den Klub selbst.

Das große Ziel auf den neuen Bahnen ist ein dritter Platz in der laufenden Meisterschaft. Sollte es schon auswärts nicht klappen, so will man vor allem den Heimvorteil auf der Anlage nutzen. Aber auch bei den Herren strebt der Verein in der 1. Liga den Klassenerhalt an.

Für die Zukunft ist vorgesorgt. Es gibt fünf Nachwuchsspieler, die in der U18, U14 und U10 aktiv an Meisterschaften teilnehmen. Obfrau Theodora Marth legt auch großen Wert auf ihre Nationalteam-Spielerinnen Martina Vegerbauer, Gabriella Nemesi-Juasz und Iren Nemes. Sie zählen auf nationaler Ebene zu den Besten in Österreich.