Erstellt am 23. März 2011, 00:00

„Ein Trauerspiel von drei Herren in Gelb“. NIEDERLAGE / Ärger über die Schiedsrichterleistung überschatten den Frust über die verpasste Play off-Qualifikation.

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VIENNA - GÜSSING 65:64. Auch wenn die Güssing Knights auf ihrer Homepage nach dem Spiel dem Ärger freien Lauf ließen – verloren haben sie dennoch „auf sportliche Art und Weise“, wie Manager Reinhard Koch betont. „Nein, es ist nicht der Schiri schuld, wenn man verliert. Aber ein derartiges Eingreifen in den Spielverlauf wie in den letzten Sekunden zieht den sportlichen Wert in Frage.“ Gemeint sind die drei Unparteiischen Alexander Eger, Wolfgang Gamauf und Attila Pausits, die ein „besonderes Trauerspiel abgeliefert haben“.

Was war geschehen? Nach einem starken Beginn kam Sand in das Getriebe der Güssing Knights. Zahlreiche Fehler im Spielaufbau und Unsicherheiten am Brett ermöglichten den Wienern eine 37:27-Führung zur Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel kamen die Ritter wieder heran. Mit einer aggressiven Verteidigung werden zahlreiche Bälle erkämpft und der Rückstand Punkt um Punkt verringert. Das Spiel wurde aber überlagert von unsportlichen Fouls – die Zuschauer kamen in den „Genuss“ zahlreicher Freiwürfe. Nach drei Vierteln war das Spiel wieder offen, die Knights liegen nur noch einen Punkt zurück (49:48).

Mitte des vierten Viertels können die Knights die Führung übernehmen, in der Schlussphase wurde es dann aber hektisch: Marcus Heard trifft einen Dreier zur 63:60-Führung, 30 Sekunden sind noch zu spielen. Güssing foult, Vienna nimmt ein Timeout und trifft von zwei Freiwürfen nur einen (61:63). Der Wiener Mike Coffing erobert aber den Offensivrebound, Alen Trepolvac wird gefoult. Diesmal finden beide Würfe ihr Ziel, Güssing-Headcoach Robert Langer nimmt bei 63:63 ein Timeout. Dann wird Aco Djuric gefoult, einer seiner beiden Freiwürfe findet den Weg in den Korb – Wien ist im Ballbesitz. Die Ritter pressen beim Einwurf der Vienna, der Ball landet im Seitenaus, die Uhr zeigt 4,7 Sekunden verbleibende Spielzeit an. Dann entscheiden die Schiedsrichter plötzlich nach Rücksprache mit dem Kommissar die Uhr auf 6,7 Sekunden (vor dem Einwurf waren nur noch 6,6 Sekunden zu spielen) zurück zu stellen. Dabei hätte es entweder Seite Ritter (wenn der Ball ohne Berührung ins Out gegangen wäre) geben müssen, oder aber die Uhr hätte zumindest um 0,5 Sekunden runterlaufen müssen. Diese zwei Sekunden mehr an Spielzeit reichen den Wienern, Nemanja Miljkovic verwertet einen Korbleger. Robert Langer, Headcoach der Knights, hält seinen Ärger im Zaum: „Kein Kommentar zu den letzten Sekunden in diesem Spiel.“

Damit gibt es für Güssing nur noch eine Minichance auf die Play offs. Die Ritter müssen alle drei Spiele gewinnen – gegen Graz wegen des Korbverhältnisses mit mehr als neun Punkten. Im Gegenzug muss Graz beide ausstehenden Spiele verlieren. Und dann wäre da noch Wien, die ebenfalls noch eine kleine Chance auf den zweiten Platz in der Hauptrunde zwei haben …

Die Play offs scheinen für die Knights in weite Ferne gerückt.