Erstellt am 27. April 2011, 00:00

Eine Frage der Ehre. 2. KLASSE B SÜD / Karl Doleschal trat aus „persönlichen“ Gründen zurück. Weingrill und Bozso als Interimslösung.

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VON CARINA GANSTER

Ex-Tschantschendorf-Trainer Karl Doleschal meint selbst, dass er „vor rund eineinhalb Jahren nur als Notlösung eingesprungen ist und nun die Zeit gekommen ist, nicht mehr weiterzumachen.“ Es sollte ein großer Abschied vom Trainerdasein werden, denn Doleschal gab bekannt, dass er nicht mehr als Trainer arbeiten möchte, „auf jeden Fall nicht mehr im Burgenland, möglicherweise in Wien.“ Große Worte, von einem Großen seiner Zunft. Wer ihn kennt, weiß, dass er einer der wenigen Trainer war, der die Leidenschaft des Fußballspielens gelebt hat.

Die Gründe seines Abschiedes liegen, zumindest für ihn selbst, klar auf der Hand. „Man strampelt sich für einen Verein ab, um korrekte Arbeit zu machen und dann passiert es, dass man als Trainer nichts mehr sagen darf“, ärgert sich Doleschal. Nun könnte man meinen, dass es innerhalb des Vereins zu Differenzen gekommen sei, dem war jedoch nicht so, wie auch Deutsch Tschantschendorfs Sektionsleiter Michael Weingrill bestätigt: „Karl ist aus privaten Gründen zurückgetreten. Für uns war es überraschend, aber er hatte seine Gründe und es war seine Entscheidung.“

Doleschals Ärger über die  Schiedsrichter war zu groß

„Im Laufe meiner Trainertätigkeit ist es öfter passiert, dass mich ein Schiri von der Bank verwiesen hat – das letzte Mal in der vergangenen Woche, als wir gegen Minihof Liebau gespielt haben – und das eigentlich zu meist ohne Grund. Logischerweise haben die Schiris darauf den Verein angezeigt, dieser musste Strafe zahlen und das schadet natürlich dem Klub. Nicht nur finanziell, sondern auch sportlich“, schildert Karl Doleschal seine Entscheidung. Der Ärger, über die Unparteiischen ist groß, die Enttäuschung ebenfalls.

„Ich habe meinen Job als Trainer mit viel Liebe gemacht, aber unter diesen Umständen kann es mir einfach keine Freude mehr machen. Die Schiedsrichter tun, was sie wollen, und ich hatte vor allem den Eindruck, dass diese eine persönliche Abneigung gegen mich haben und das auf das Spiel übertragen“, erklärt der scheidende Trainer.

Laut ist der Ärger über die Schiedsrichter, ungewöhnlich leise war der Abgang von Doleschal. „Wir haben uns unter der Woche darauf geeinigt, getrennte Wege zu gehen“, so Doleschal abschließend.

Rund eineinhalb Jahre war Karl Doleschal Trainer in Deutsch Tschantschendorf.D. FENZ