Erstellt am 10. Dezember 2013, 12:47

Eine Wette mit Folgen. Marko Lozo soll vor dem Spiel gegen die Parndorf Amateure bei einer Kombinationswette gegen den eigenen Klub gesetzt haben. Nun folgte die Trennung.

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Von Bernhard Fenz

Neun Tore erzielte Neuzugang Marko Lozo (25) im Herbst für den SV Güssing in der BVZ Burgenlandliga. Trotzdem ist die Zeit des Legionärs im Südburgenland nach einem halben Jahr wieder zu Ende. Einerseits war die sportliche Leitung trotz der Treffer nicht restlos zufrieden, andererseits brachte eine Aktion im Vorfeld des Heimspiels am 26. Oktober gegen Spitzenreiter Parndorf Amateure das Fass zum Überlaufen.

Lozo bestreitet Vorwürfe

Hannes Winkelbauer, der die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt trainierte: „Personen, die ich sehr gut kenne und denen ich völlig vertraue, haben gesehen, dass Marko bei einem Wettautomaten direkt neben ihnen mit einem kleinen Betrag eine Kombinationswette abgegeben hat. Dabei hat er auch auf einen Parndorfer Sieg getippt.“ Das wiederum bestreitet der 25-Jährige: „Blödsinn – das ist nicht wahr. Ich weiß auch nicht, warum Leute so etwas über mich behaupten können.“

Dass Lozo beim 0:1 dann auch noch drei gute Möglichkeiten liegen ließ, verstärkt den schalen Beigeschmack. Winkelbauer: „Ich gehe davon aus, dass er die Chancen ganz sicher nicht absichtlich vergeben hat, aber so etwas verbreitet sich trotzdem wie ein Lauffeuer. Zuschauer und Bekannte sind am Platz, da wird geredet – es geht hier einfach ums Prinzip. Hätten wir uns nicht von ihm getrennt, wären wir auch nicht glaubwürdig.“ Angesprochen wurde der Offensivspieler vom Trainer gleich, nachdem er davon erfahren hatte. „Er ist da aber eher ausgewichen.“ Dass Lozo nach dem Parndorf-Spiel auch die restlichen beiden Partien im Herbst für Güssing bestritten hat (den 1:0-Erfolg gegen Stinatz fixierte er per Elfer, beim 2:1 in Jennersdorf netzte er ebenfalls per Strafstoß), lag laut Winkelbauer an der angespannten Kadersituation. Mittlerweile erfolgte die Trennung.

Kroatisch-Maturanten waren im Bilde

Den Vorwurf erhärtet hat übrigens ein Kabinengespräch mit Kristijan Brcic, dem zweiten kroatischen Legionär der Güssinger. „Da hat Lozo ihm davon in seiner Muttersprache erzählt. Nur haben bei uns ein paar Spieler in Kroatisch maturiert und die Infos sehr wohl verstanden.“ Für Obmann Martin Muik ist das Thema jedenfalls erledigt. „Auch wenn die Causa unangenehm ist: Wir stehen zu der getroffenen Entscheidung. Da braucht man gar nicht mal darüber nachzudenken.“

Sportrechtlich gibt es übrigens in solchen Fällen prinzipiell die Möglichkeit, im Fall einer Anzeige Paragraph 114 („Unzulässige Sportwetten“) der ÖFB-Rechtspflegeordnung anzuwenden. Hier werden Sanktionen von einer Ermahnung über eine Sperre und Geldstrafe bis zum Verbandsausschluss festgelegt, wenn auf Spiele des eigenen oder eines in derselben Klasse tätigen Klubs Wetten abgeschlossen werden. BFV-Geschäftsführer Simon Knöbl: „Wir haben die Aufsichtspflicht und greifen ein, wenn etwas gemeldet wird. Die Überprüfbarkeit ist aber nicht leicht.“