Erstellt am 23. Mai 2012, 00:00

„Es passt uns nicht rein“. DISHARMONIE / Zu Redaktionsschluss stand der Kader der Regionalauswahl für das Testspiel gegen Kroatien in Neuberg noch nicht. Einige Vereine sträuben sich.

Nicht mit von der Partie. Jan Stipsits (r.) spielt mit Stinatz im Kroatencup - Oberwarts Andreas Müllner ist verletzt. BAUER  |  NOEN
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VON PATRICK BAUER

Für viele wäre es das Highlight der Karriere. Sich gegen die Stars der Kroaten zu messen und zu sehen, wie weit man von ihnen entfernt ist, mit welcher Geschwindigkeit sie Aktionen bewältigen oder einfach die beste Aussicht auf die Beine der Kicker zu haben. Am Pfingstmontag (28. Mai) kommt das kroatische Nationalteam zu einem Testspiel nach Neuberg (siehe auch Seite 81). Nicht alle Vereine des Südburgenlandes stellen ihre Spieler für die Auswahl zu Verfügung. Die Gründe sind verschieden.

Vereine sträuben sich  die Spieler freizugeben

Der Kader stand zu Redaktionsschluss noch nicht. Die Vereine sträuben sich, ihre Kicker freizugeben. Auf der einen Seite kämpfe man gegen den Abstieg, auf der anderen um den Aufstieg und selbst die, bei denen es um nichts mehr geht, stellen ihre Kicker nur ungern ab. „Es ist nicht einfach. Bis zum Ende der Woche sollte der Kader stehen“, sagt Betreuer Andreas Konrad, „die Vereine sind vorsichtig“.

Ein Beispiel ist der derzeitige Tabellenführer der BVZ Burgenlandliga – der SV Oberwart. Dort sagt Trainer Klaus Guger: „In unserer Situation passt das Spiel einfach nicht rein. Ich würde es sicher keinem Spieler verbauen, aber wir spielen um den Titel und wollen nichts dem Zufall überlassen.“ Laut Guger war es innerhalb der Mannschaft nie ein Thema mitzuspielen, da die Verletztenliste mit Herrklotz, Müllner oder Keglovits doch beträchtlich ist.

Ähnlich sieht es Oberwarts Manager Michael Benedek: „Jetzt kommt die entscheidende Phase der Meisterschaft. Dann so ein Spiel einzuschieben, finde ich ein bisschen komisch. Für uns wäre es nur ein Thema gewesen, wenn es in Oberwart stattgefunden hätte. So meinte unser Trainer, dass es nicht infrage kommt.“

In Stegersbach, wo Trainer Konrad gerne Franz Faszl, Georg Krenn und Ivan Kovacec im Kader wären, dürf(t)en die Kicker, wenn am Freitag in Neusiedl der letzte Schritt zum Klassenerhalt gemacht wird. Sonst sagt Stegersbachs Trainer Kurt Jusits, „ist es nicht mehr erlaubt. Stegersbach zählt mehr“.

„Schönstes Erlebnis war  gegen Arsenal zu spielen“

Verständnis zeigt Trainer Andreas Konrad bei den Spielern des ASK Kohfidisch, wo direkte Duelle anstehen oder bei jenen des ASKÖ Stinatz, die am Montag in Parndorf beim Kroatencup-Finale im Einsatz sind. Beim Rest versteht Konrad nicht, warum die Spieler nicht abgestellt werden: „Es gibt doch nichts Schöneres, als gegen das kroatische Nationalteam zu spielen. Wir wollten eigentlich nur mit Neuberg spielen, aber AVITA-Direktor Peter Prisching hatte dann diese gut gemeinte Idee mit der Thermenauswahl. Wenn die Vereine nicht wollen, werden wir das respektieren.“

Noch ungewiss ist, ob Güssing oder Jennersdorf Spieler freistellen. Am Sonntag und Montag meinten die Verantwortlichen „Nein“. Bei Güssing aufgrund Verletzungssorgen, in Jennersdorf wollten die Spieler nicht, obwohl sie dürften. Möglich ist, dass der Kader mit Legionären oder 2. Liga-Kicker aufgefüllt wird. Konrad: „Das schönste Erlebnis als Fußballer war für mich gegen Arsenal zu spielen. Bei allem Respekt vor Rapid oder Austria, aber das sind 0815-Vereine im Gegensatz zum Nationalteam oder Arsenal. Gegen solche Top-Stars zu spielen ist etwas ganz Besonderes.“