Erstellt am 30. März 2011, 00:00

Großer Wirbel in Rechnitz. 2. LIGA SÜD / Bei Wiesfleck hatte man nach der 1:3-Niederlage den Schuldigen schnell ausgemacht: Schiedsrichter Jörg Artner.

VON PATRICK BAUER

RECHNITZ - WIESFLECK 3:1. „Es kann nicht sein, dass 100 oder 120 Leute nach einem Match so falsch liegen können. Ich habe es in meinen langen Jahren als Obmann noch nicht erlebt, dass alle geschlossen auf den Schiedsrichter losgehen wollten“, sagt Wiesflecks Obmann Horst Gamauf und fügt an: „Jörg Artner gegen Wiesfleck endete 3:1.“

Der Schiedsrichter selbst wehrt sich im BVZ-Gespräch: „Ich bin sicher kein Kind von Traurigkeit, aber diese Aggressivität nach Spielschluss habe ich noch nirgends erlebt. Ich kann mich nur bei den Rechnitzer Ordnern bedanken, die mich super abgeschirmt haben. Ich habe das jetzt bei der STRUMA zur Anzeige gebracht und die wird das auch behandeln. Für mich ist das Thema abgeschlossen.“

Streitpunkte sind vor allem  die beiden Hummel-Elfer

Was waren die Auslöser für die Beinahe-Eskalation? Zuerst fühlte sich Wiesfleck aufgrund der vielen Gelben Karten auf ihren Seiten benachteiligt. Aber vor allem die beiden Elfmeter sorgten für Wirbel. Beim ersten Penalty soll Rechnitz-Spielmacher Andras Brezovich unfair gestoppt worden sein. Wiesflecks Trainer Klaus Fuchs sah die Aktion so: „Er ist über den Ball gestolpert.“ Für den Rechnitzer Pressesprecher Michael Riedler war der Elfmeter „sehr hart“, aber „zwei von zehn Schiedsrichtern pfeifen ihn schon“. Einsichtig zeigte sich Schiedsrichter Jörg Artner: „Der Elfmeter war sicher hart, aber solche Situationen sind immer strittig. Mein Fehler war, dass ich es verabsäumte, die Gelbe Karte zu zeigen.“

Bei der spielentscheidenden Szene – dem zweiten Elfmeter von Bernd Hummel – war Wiesflecks Manuel Plank im Mittelpunkt. Er soll im Strafraum eine Tätlichkeit begangen haben. Auch hier wieder hitzige Diskussionen. Rechnitz‘ Michael Riedler: „Der zweite Elfmeter entbehrt jeglicher Diskussion – eine klare Tätlichkeit.“ Ganz anders die Reaktion in Wiesfleck, Trainer Klaus Fuchs: „Ich möchte wissen, was da eine Tätlichkeit gewesen sein soll. Unser Spieler hat ihn leicht gehalten und das sogar außerhalb des Strafraumes.“ Interessant ist, was Jörg Artner dazu sagt: „Nach dem Pfiff ist der Spieler kommentarlos Richtung Kabine gegangen, bevor ich die Rote Karte überhaupt zeigen konnte.“

Linienrichter „kreidebleich“  beim Abgang in Kabine

Nach dem Abpfiff war man schon bereit, die Polizei zur Hilfe zu ziehen. Horst Gamauf: „Gruppenobmann Franz Wagner und ich wollten schon die Polizei rufen, weil wir nicht wussten, was wir tun sollen.“ Der erfahrene Jörg Artner war nicht verängstigt, nur um seinen jungen Kollegen an der Linie, Manfred Niemandsfreund, machte er sich Sorgen: „Ich habe ihn beruhigt und gesagt, dass es nicht nach jedem Spiel so ist. Aber er war beim Abgang in die Kabine kreidebleich.“ Erstes Spiel, erste Anzeige, erster wirklicher Aufreger.