Erstellt am 31. Mai 2014, 21:21

von Bernhard Fenz

Güssing erstmals Meister. Die Südburgenländer Güssing Knights haben sich erstmals in der Vereinsgeschichte den Basketball-Meistertitel in der Herren-Bundesliga gesichert.

 |  NOEN, Güssing Knights
Mit einem 76:72 (35:40) bei den Bulls Kapfenberg holten die Südburgenländer im alles entscheidenden Spiel am Samstagabend den dritten Sieg in der "best of five"-Finalserie. Güssing war darin schon mit 0:2 zurück gelegen.

Europacup ist Pflicht

Kapfenberg, das dieses Kunststück vor elf Jahren geschafft hatte, muss damit weiter auf den fünften Titelgewinn warten. Die Obersteirer verpassten auch die Chance auf das Double. Güssing wird somit im Herbst erstmals auch international spielen. Für den Meister besteht seitens der Admiral Basketball Bundesliga (ABL) eine Verpflichtung zum Antreten im Europacup.

Die von gut 100 mitgereisten Fans angefeuerten Knights bewiesen am Ende den längeren Atem. Während das Team des seit vergangenen Sommer als Trainer im Burgenland arbeitenden Matthias Zollner in der Entscheidung zulegen konnte, büßte Kapfenberg seinen Vorsprung ein.

Ab der 2. Minute lagen die Bulls vor heimischer Kulisse voran, die von "Final-MVP" Anthony Shavies angeführten Güssinger übernahmen erst in der 33. Minute wieder die Führung.

Zollner ist "Coach des Jahres"

Als Shavies 14 Sekunden vor der Schlusssirene zwei Freiwürfe zum 76:72 verwertete, war die Entscheidung gefallen. "Wir hatten keinen Druck, wollten einfach hierherkommen und Spaß haben. Kapfenberg war sicher der Favorit, damit war es für uns einfacher", sagte der US-Guard. Für den Deutschen Zollner, der nach dem Spiel als "Coach des Jahres" ausgezeichnet wurde, war sein Team "am Ende auch ein wenig glücklicher".

Güssing zeichnete aus, dass man in engen Phasen nie aufsteckte. Die Kapfenberger, die mit Mark Sanchez den "MVP" der Saison stellten, wirkten in den Schlussminuten dann nicht mehr so frisch wie der Gegner. Die Bulls waren auch aufgrund ihrer größeren Erfahrung als Favorit in die Serie gestartet.

"Güssing war einfach besser"

 "Güssing war in den entscheidenden Momenten mehr am Drücker, sie haben verdient gewonnen. Wir haben eine Riesenchance liegen gelassen, Güssing zurück in die Serie gebracht. Das tut weh", erinnerte Armin Woschank noch einmal an die vermeintliche Vorentscheidung nach den ersten beiden Finalduellen. Bulls-Trainer Michael Schrittwieser zollte dem neuen Meister Respekt: "Güssing war die bessere Mannschaft."

Wie eng es zwischen den beiden Teams schlussendlich zuging, verdeutlicht auch die Gesamtscore nach den fünf Spielen. Güssing liegt dabei mit 405:402 denkbar knapp voran.

Von APA

Reaktionen zum Spiel

Coach Matthias Zollner: „Ich bin bisschen erschöpft, aber überglücklich und wahnsinnig stolz auf unsere Mannschaft und den Verein.  Es ist gelungen, unseren Spielstil umzusetzen – und wir haben gezeigt, im Basketball geht es um das Kollektiv. Ich möchte aber auch Kapfenberg zu der tollen Saison gratulieren, am Ende hatten wir vielleicht den einen oder anderen Schnaufer Luft mehr – wir waren also auch etwas glücklicher.“
 
Obmann Reinhard Koch: „Ich bin heute ein glücklicher und zufriedener Mensch. Wir Güssinger sind alle ein Team, ich verneige mich vor der Mannschaft, den Betreuern und den Fans. Gewisse Dinge kann man planen - das, was heute passiert ist, hat man nicht planen können. Die Jungs wollten das, die waren so stark im Kopf, das ist faszinierend.“
 
Marcus Heard: „Die Feierlichkeiten waren noch anstrengender als das Spiel (schmunzelt). Wir waren ein exzellentes Team.“
 
Anthony Shavies: „Ich kann es noch nicht glauben. Wir sind hier ohne Druck hergekommen und wollten einfach Spaß haben. Selbst wenn wir das Finale nicht gewonnen hätten, wäre es eine großartige Saison gewesen.“
 
Thomas Klepeisz: „Das ist der schönste Moment in meinem Leben. Jetzt wird einmal gefeiert, dass die Burg abbrennt – und dann werden wir versuchen, den Titel zu verteidigen.“
 
Sebastian Koch: „Ich habe gesagt, wir können das Spiel in der zweiten Halbzeit noch drehen – das haben wir heute geschafft.“
 
Manuel Jandrasits: „Es ist einfach unglaublich. Seit zehn Jahren arbeiten wir darauf hin, jetzt haben wir es geschafft. In der zweiten Halbzeit haben wir wahnsinnig gut verteidigt und es uns verdient. Jetzt denken wir nur ans Feiern.“

Statements Kapfenberg Bulls

Coach Michael Schrittwieser: „Großes Kompliment an Güssing. Es waren zwei Teams auf Augenhöhe - am Ende ist das eben Basketball. Wir haben eine gute Saison gespielt, die wir nicht gekrönt haben – deswegen geht das ganze Kompliment an Güssing.“
 
Martin Kohlmaier: „Güssing hat es verdient und einfach mit so viel Energie gespielt. Wir haben zur schlechtestmöglichen Zeit einen Hänger gehabt.“