Erstellt am 04. Juni 2015, 11:32

von APA/Red

Güssing Knights holen Herren-Meistertitel. Die Güssing Knights sind zum zweiten Mal österreichischer Basketball-Herren-Meister.

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Die Güssing Knights haben sich am Mittwoch vor den eigenen Fans ihren zweiten Basketball-Herren-Meistertitel gesichert. Die Südburgenländer triumphierten zum zweiten Mal nach 2014, sie waren in der "best of 5"-Finalserie gegen den Ex-Champion BC Vienna mit 3:1 Siegen erfolgreich. Den dritten Erfolg spielte Güssing durch ein 73:66 (29:35) ein.

Mit der Verteidigung des Meisterpokals sicherten sich die erst 2006 in die Admiral Basketball Bundesliga (ABL) aufgestiegenen Knights auch erstmals das Double. Bereits Ende März hatten sie den Cup gewonnen. Im US-Amerikaner Christopher Dunn hatte Güssing auch den "wertvollsten Spieler der Finalserie" (MVP) in ihren Reihen. Rund 1.500 Fans verwandelten die Halle in der 4.000-Einwohner-Stadt nach dem neuerlichen Erfolg in ein Tollhaus.

Vienna erwischte besseren Start

Dunn hatte wesentlichen Anteil am Sieg im vierten Titel-Duell. Er war nicht nur mit 30 Punkten Topscorer des Abends, sondern auch hauptverantwortlich dafür, dass die Gastgeber im dritten Viertel den Umschwung schafften. Denn die wegen eines Staus erst 45 Minuten vor Spielbeginn eingetroffenen Wiener erwischten den besseren Start.

BC Vienna führte in der 6. Minute bereits 13:1, Güssing brauchte lange, um ins Spiel zu finden. Erst in der 28. Minute übernahm das Team von Coach Matthias Zollner erstmals die Führung. Dunn gelangen im dritten Abschnitt 13 Punkte. "Da haben wir versucht, aggressiver zu spielen und meine Würfe gingen auch rein", meinte Dunn. In der Folge spielte Güssing den Erfolg recht sicher nach Hause.

Güssing aggressiver - und erfolgreich

Die Wiener mussten die Überlegenheit anerkennen, seit 2007 hat kein Nummer-1-Team des Grunddurchgangs den Titel geholt. "Es ist bitter. Wir haben im dritten Viertel dumme Fehler in der Defensive gemacht, das hat Güssing Rhythmus gegeben. Sie haben eine solide Mannschaft, sind sehr gut gecoacht und haben verdient gewonnen", meinte Vienna-Coach Andrea Maghelli.

Der Deutsche Zollner, der Güssing seit 2013 trainiert, meinte, er brauche noch Zeit, um den neuerlichen Titelgewinn zu realisieren. "Es war eine lange Saison, auch mit vielen Verletzten, ich bin froh, dass es vorbei ist. Jetzt haben wir es uns verdient, richtig zu feiern."

Güssing feierte bisher erfolgreichste Saison

Meister, Cupsieger, "Top16" in der Basketball-EuroChallenge: Die Güssing Knights konnten in der Nacht auf Donnerstag die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte ausgiebig feiern.

Erfolgscoach Matthias Zollner sah einmal mehr die Defensive seines Teams, die "bärenstark" gewesen sei, als Schlüssel zum Erfolg. "Wir haben lange nichts getroffen, aber nur 66 Punkte zugelassen." Der Meistertitel 2014 sei "emotionaler" gewesen, "weil wir in der Serie bereits 0:2 zurücklagen". Aber der neuerliche Erfolg sei jedenfalls "gleich schön".

Kapitän Manuel Jandrasits dachte im Jubel auch an die "besten Fans der Liga", die es verdient hätten, den Titel in eigener Halle zu feiern. Schwer sei es gewesen, keine Frage. "In einer Finalserie wird einem nichts geschenkt."

Feiern bis 10 Uhr vormittags

Die Feierlichkeiten in der nur 4.000 Einwohner zählenden Gemeinde im Südburgenland begannen noch an der Stätte des Erfolgs, im Aktivpark. Später zogen Mannschaft, Funktionäre und Fans in die Stadt weiter. Mit dem Hinweis, dass es im vergangenen Jahr 9.30 Uhr geworden sei, kündigte Coach Zollner an, diesmal "10.00 Uhr schaffen" zu wollen. Die offizielle Meisterfeier des Clubs, der erst seit 2006 der ABL angehört, steigt am Sonntag um 16.00 Uhr auf dem Güssinger Hauptplatz.

Da könnte der als bester Spieler der Saison (MVP) ausgezeichnete Travis Taylor zum letzten Mal dabei sein. An dem US-Amerikaner sollen nicht nur die vom früheren Gmunden-Coach Mathias Fischer betreuten Baskets Bonn Interesse zeigen.

Auch Stevens nach Deutschland?

Mit Amin Stevens könnte auch ein Schlüsselspieler des Vizemeisters nach Deutschland wechseln. Der US-Legionär ist auf dem Radar des Wieners Raoul Korner, der als Sportdirektor und Coach bei den Löwen Braunschweig tätig ist.

Stjepan Stazic, Meister 1997 und 2013, verlor erstmals eine Finalserie in Österreich. Im Großen und Ganzen könne man mit der Saison zufrieden sein, resümierte der Vienna-Akteur. Das Team, das den Grunddurchgang (36 Runden) an der Spitze beendet hatte, habe er im Play-off freilich nicht auf dem Feld gesehen. Somit darf weiterhin Gmunden für sich in Anspruch nehmen, 2007 als bisher letzte"Nummer eins" auch den Titel geholt zu haben.