Erstellt am 19. Februar 2016, 19:33

von APA/Red

Güssing trennte sich von Zollner. Dem mit Finanzproblemen kämpfenden Basketball-Meister Güssing sind vor dem Freitag-Ligaspiel in Traiskirchen Cheftrainer Matthias Zollner sowie die zwei US-Leistungsträger Bradford Burgess und Jerrell Wright abhandengekommen.

 |  NOEN, ZVG
Man habe sich aus Kostengründen und nicht einvernehmlich von Zollner getrennt, teilte der Tabellenführer mit.

Die Burgenländer wiesen weiters darauf hin, dass "die nächsten Monate nach wie vor nicht zu 100 Prozent gesichert" seien. Da man kein Risiko eingehen wolle, sei man zur Reduzierung des Teams gezwungen gewesen. "Alle Verantwortlichen haben alles in Ihrer Macht stehende getan. Um aber den Verein und den A-Liga Platz nicht zu gefährden, waren diese Schritte notwendig", hieß es in einer Pressemitteilung der Burgenländer.



Nachfolger von Meistertrainer Zollner, der zweieinhalb Jahre im Amt war, ist Daniel Müllner. Er solle mit den verbliebenen Legionären und Moritz Lanegger die Saison beenden, erklärten die Knights.

Den Legionären war kürzlich freigestellt worden, den Club vor dem bald endenden Transferzeitfenster zu verlassen. Von dieser Möglichkeit machten Burgess und Wright, der mit BC Vienna in Verbindung gebracht wird, nun Gebrauch.

"Aufgrund neuer Angebote haben sich Bradford Burgess und Jerrell Wright dafür entschieden zu gehen", hieß es. Vor den beiden hatten den Titelverteidiger auch schon DeVonte Lacy (USA) und Marko Soldo vorzeitig verlassen. Im Laufe der Saison sind den Güssingern wegen Lizenzverstößen bereits neun Punkte abgezogen worden.

Club-Obmann Koch: Weitere Abgänge möglich

Güssing-Obmann Reinhard Koch begründete den finanziellen Engpass mit zwei geplatzten Sponsorverträgen. "In der vergangenen Saison haben zwei Verträge nicht gehalten, dadurch ist ein Loch entstanden", sagte Koch und stellte klar, dass die Trennung von Trainer Matthias Zollner und den Legionären zur Minimierung des Risikos erfolgt sei.

Weitere Abgänge im nur noch sehr dünnen Güssing-Kader bis zum nationalen Transferschluss am 28. Februar sind denkbar. Auch den österreichischen Spielern ist die Auflösung ihrer Verträge freigestellt worden. "Das ist nicht ausgeschlossen", meinte Koch auf einen möglichen weiteren Aderlass angesprochen, der auch die österreichischen Teamspieler Thomas Klepeisz, Moritz Lanegger und Sebastian Koch betreffen könnte.

Den Bundesligaspielbetrieb will Koch aber jedenfalls über diese Saison hinaus fortsetzen. "Wir wollen unbedingt den Ligaplatz für 2016/17 behalten", betonte Koch im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Er räumte aber ein, dass es Rückstände bei der Krankenkasse gebe. "Die sind bewältigbar, wenn die Verträge halten."

Der Clubobmann verwies in diesem Zusammenhang auf eine "Jetzt-Erst-Recht-Mentalität" der verbliebenen Spieler, die teilweise auch im Sportvorstand sitzen. Im Duell mit Traiskirchen am (heutigen) Freitag standen den Burgenländern lediglich sieben fitte Spieler zur Verfügung. Neben zwei rekonvaleszenten Akteuren sollen in Zukunft auch die ehemaligen Bundesligaspieler Matthias Klepeisz, Johannes Astl, Philipp Horvath reaktiviert werden. Als Ziel in den verbleibenden zwölf Ligarunden gab Koch für den aktuellen Tabellenführer die Play-off-Qualifikation an.

Nach dem Einsatz als Chefcoach von Co-Trainer Daniel Müllner gegen Traiskirchen soll am Sonntag der bisherige Nachwuchsbetreuer Laszlo Öri auf der Betreuerbank Platz nehmen. Im Gegensatz zu Müllner verfügt der Ungar über die erforderliche A-Lizenz.