Erstellt am 15. Mai 2013, 00:00

„Ich war schockiert und enttäuscht“. 2. Liga Süd / Beim SC Pinkafeld ist trotz 1. Tabellenplatz einiges los. Sandor Homonnai legte in der letzten Woche sein Amt zurück.

Keine Zukunft. Pinkafelds Sandor Homonnai legte vergangenen Freitag sein Amt zurück. Im Hintergrund steht Alois Grill, der die Mannschaft bis zum Saisonende betreuen wird. Dann soll ein Nachfolger bekannt gegeben werden. Foto: Bauer  |  NOEN, Bauer
Von Patrick Bauer

Seit Freitag befindet sich der derzeitige Tabellenführer und designierte Meister aus Pinkafeld auf Trainersuche. In der letzten Woche änderte sich beim Leader einiges.

Rückblende: Am vergangenen Dienstag wollte Ex-Trainer Sandor Homonnai mit Obmann Karl Hirt die Personalplanungen für die neue Saison besprechen. Dort soll dem Trainer mitgeteilt worden sein, dass der Verein – trotz Aufstieg – über die Saison hinaus nicht mehr mit Homonnai plane. „Es hieß, ich erfülle die Erwartungen nicht“, sagt der Ex-Trainer, dem diese Gerüchte schon zu Ohren gekommen waren. Es scheint, als herrsche in der Vorstandsriege Uneinigkeit über die Ausrichtung des SC.

Dennoch saß Homonnai auch beim Nachtragsderby gegen Grafenschachen auf der Betreuerbank. Dort verlor man mit 1:4. Anlass genug, sich am Freitag von der Mannschaft zu verabschieden. „Ich habe dann meine Position zur Verfügung gestellt. Ich will an keinem Stuhl kleben, wo ich eigentlich gar nicht sitzen soll“, so Homonnai.

Tolle Erfolge waren scheinbar nicht genug

Drei Jahre baute der ehemalige Klassestürmer diese Elf zusammen. Aus einem Abstiegskandidaten der 2. Liga formte er, natürlich auch mit Investitionen in die Mannschaft, ein Team, welches im letzten Jahr Herbstmeister wurde und nur knapp am Aufstieg vorbei schrammte. Auch in diesem Jahr wurde man wieder Herbstmeister, ist derzeit überlegener Tabellenführer und sicherte sich mit dem Einzug ins BFV-Cup-Finale ein Ticket für den ÖFB-Cup. Scheinbar nicht genug. „Persönlich verstehe ich einige Funktionäre nicht. Ich glaube, dass er sehr gute Arbeit geleistet hat und die Erfolge beweisen dies. Ich möchte mich persönlich bei ihm für die tolle Arbeit bedanken“, meinte etwa Sektionsleiter Harald Windhaber.

„Ich war schockiert und enttäuscht“

Kurz vor dem Titel musste Homonnai jetzt gehen. Ein anderer wird seine Lorbeeren einheimsen, gemeinsam mit der Mannschaft den Titel feiern. „Ich kann die Früchte nicht genießen. Nach drei Jahren war ich schockiert und enttäuscht. Natürlich kann man alles gegen einen Trainer finden, aber wir sind so weit vorne und in den ÖFB-Cup eingezogen. Ich glaube nicht, dass meine Arbeit schlecht war“, sagt Homonnai.

Beim Spiel gegen Deutsch Kaltenbrunn saß mit Alois Grill der neue Sportliche Leiter auf der Ersatzbank. Eine Lösung, die wohl bis Saisonende gehen wird. Obmann Karl Hirt: „Das Grafenschachen-Spiel hat dann einige Emotionen ausgelöst. Der Trainerwechsel ist aber noch nicht offiziell.“ Hirt schloss sogar eine Rückkehr von Homonnai (Anm., dieser stellte jedoch klar, dass kein Weg zurück führe) nicht aus, auch wenn er sagt: „Selbst im Erfolgsfall ist es immer möglich, dass man einen neuen Trainer installiert.“

Noch sei im Vorstand keine Entscheidung über potenzielle Kandidaten gefallen. Fix ist nur, dass das Team derzeit von den Kickern Marc Kerschbaumer und Tobias Madl trainiert wird. „Ich wage es derzeit noch nicht zu sagen, wer neuer Trainer wird“, berichtet Hirt abschließend.