Erstellt am 02. März 2016, 05:44

von Michael Pekovics

Knights siegen mit Rücken zur Wand. Krankenkasse stellt Konkursantrag wegen offener Forderungen. Koch hat bis 31. März Zeit, um Schulden zu begleichen.

Mit vollem Einsatz zum Erfolg. Sebastian Koch und seine Ritter siegten zum vierten Mal »nach Zollner«.  |  NOEN, ang/Pekovics
Die Schlinge um den Hals des regierenden zweifachen Meisters, den magnofit Güssing Knights, wird enger. Am Montag bestätigte Christian Moder, Direktor der Burgenländischen Gebietskrankenkassa, dass gegen den Basketballverein ein Konkursantrag eingebracht wurde.

„Bei Sportvereinen sind wir großzügig, aber ewig können wir nicht zusehen“, sagt Moder. Über die Höhe der Forderungen ist nichts bekannt, laut Insidern soll es um einen sechsstelligen Betrag gehen.

Knights-Obmann Reinhard Koch wollte im Gespräch mit der BVZ am Montag zum Konkursantrag selbst keine Stellungnahme abgeben. Laut ihm habe sich an der seit Wochen angespannten finanziellen Situation nichts geändert: „Bis Ende März habe ich Zeit, die Schulden zu begleichen. Wenn ich das mache, ist alles in Ordnung. Mache ich das nicht, dann sind wir im Konkurs und verlieren die Lizenz.“

Derzeit regiert noch „Prinzip Hoffnung“

Sollte ein Insolvenzverfahren gegen die Knights eröffnet werden, dürfte der Verein tatsächlich die Bundesligalizenz verlieren und müsste in die Zweite Bundesliga absteigen. Aber noch regiert das „Prinzip Hoffnung“.

Sportlich läuft hingegen weiter alles nach Plan: Unterstützt von zahlreichen mitgereisten Fans feierten die Ritter auswärts in Klosterneuburg den nächsten Sieg – die Rückkehrer Philipp Horvath, Matthias Klepeisz und Johannes Astl waren schon mit an Bord. „Sensationell. Nicht nur die drei ‚Legenden‘, sondern die gesamte Mannschaft“, gratulierte Headcoach Daniel Müllner seinem letzten Aufgebot.

Das, was an Qualität verloren gegangen sei, habe man durch Kampfgeist wettmachen können: „Bisher ist uns das ganz gut gelungen“, lächelte Müllner im Sky-Interview nach dem Spiel. Und auch Moritz Lanegger betonte, dass „jede Menge Herz, Energie und Leidenschaft in dieser Mannschaft steckt“.

Diese drei Attribute haben in dieser Saison auch die Redwell Gunners, die nach dem 54:67-Auswärtssieg gegen Fürstenfeld weiterhin erste Verfolger der finanziell angeschlagenen Knights sind. „Ich kann mich nicht erinnern, wann es ein Gunners-Team gegeben hat, das mit so viel Herz und Energie aufgetreten ist“, lobte Manager Andreas Leitner. Am Freitag trifft Oberwart auf Graz und Güssing auf Wels, am Sonntag steigt das nächste große Burgenlandderby der Saison – im Aktivpark.

BVZ.at hatte berichtet: