Erstellt am 14. November 2012, 00:00

Kunstrasenplatz-Aus: Die Vereine bangen. Geschlossen / Die WSF-Gruppe verhandelt mit der Stadt Güssing über den Kunstrasenplatz. Training und Testspiele sind derzeit ausgesetzt.

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Von Daniel Fenz

Die Herbstmeisterschaft ist zu Ende und die Frühjahrs-Vorbereitung wird bereits geplant. Soweit klingt alles ganz normal. Allerdings ist die Situation heuer für die Vereine aus dem Bezirk Güssing prekär, denn der Kunstrasenplatz in Güssing ist geschlossen. Der Hotelbetrieb des Aktivparks in Güssing wurde bereits stillgelegt (die BVZ berichtete). Jetzt wurden auch der Kunstrasenplatz und die Tennishalle geschlossen. Derzeit ist die Halle nur für den Basketball- und Volleyballverein benützbar. Der Kunstrasenplatz ist aufgrund eines bestehenden Vertrags nur für die Nachwuchsmannschaften des Fußballverbandes zugänglich.

Knöbl: „Vertrag wird auf Gültigkeit geprüft“ 

„Die Gespräche mit der Gemeinde und dem neuen Bürgermeister Vinzenz Knor laufen. Hier geht es um Betriebskosten, die wir klären müssen“, so Alexander Fuchs-Robetin von der WSF-Gruppe (Investor und Eigentümer der Anlage) zur Schließung. Simon Knöbl, Geschäftsführer des BFV, führte noch keine Gespräche mit dem Eigentümer, stellte aber klar: „Der Verband wollte am Wochenende einen Trainingskurs abhalten. Das war aber nicht möglich, wir mussten den Kurs kurzfristig nach Eisenstadt verlegen. Wir prüfen nun die Fakten und schauen, welche Möglichkeiten es gibt. Hier werden auch Experten von uns mit eingebunden.“

Bürgermeister Vinzenz Knor suchte am Samstag das erste Gespräch mit der WSF-Gruppe. „Wir befinden uns in der Durchsichtsphase. Ob noch heuer etwas möglich ist, weiß ich nicht. Wir sind gerne bereit, Gespräche zu führen, um so schnell wie möglich zu einer Lösung zu finden“, sagte der Güssinger Ortschef.

Viele Vereine bangen jetzt jedenfalls um ihre Trainingseinheiten auf dem Kunstrasenplatz in Güssing. Güssings Obmann Martin Muik: „Für uns und die Vereine in der Umgebung ist das eine Katastrophe. Die Termine in Stegersbach oder Bad Tatzmannsdorf sind fast alle weg. Keine Ahnung, was wir dann machen. Auf jeden Fall ist es ein schwerer Schlag. Es gibt viel zu wenige Kunstrasenplätze im Südburgenland.“

Ausweichmöglichkeiten? Termine noch vorhanden 

Der ASKÖ Kohfidisch fand in Güssing stets einen geeigneten Trainingsplatz vor. „Jetzt mussten wir uns kurzfristig umsehen und haben zu später Stunde (Anm.: neun bis zehn Uhr abends) in Bad Tatzmannsdorf einen Termin bekommen. Für die südlichen Vereine ist es eine Katastrophe“, sagte Kohfidischs Sportlicher Leiter Josef Balaskovits.

Neutifts Sportlicher Leiter Ronald Weidinger: „Wir müssen abwarten, wie das Wetter wird. Möglichkeiten gibt es eventuell noch in Stegersbach.“ Eventuell heißt es wohl auch improvisieren. „Wir schauen, ob wir kurzfristig unterkommen. Notfalls werden wir auf Trainingsplätzen spielen oder für Testspiele auf den gegnerischen Platz ausweichen.“ Gerersdorfs Sektionsleiter Gerald Joszt führte noch am Wochenende Gespräche in Güssing: „Es bleiben etliche Vereine auf der Strecke. Sie müssen jetzt dafür büßen. Zudem fehlen viele interessante Gegner, da die nicht mehr nach Güssing kommen.“ Die Kunstrasenplätze in Bad Tatzmannsdorf und Stegersbach wiederum sind fast ausgebucht, Trainingsmöglichkeiten bestehen trotzdem.

„Es gibt noch freie Plätze. In der Regel benötigt ein Verein den halben Platz. Daher könnten sich zwei Klubs finden und zusammen trainieren. Die ausgesuchten Termine sind jedoch vergeben“, so Stegersbachs Obmann Karl Krammer.

Peter Prisching, Geschäftsführer der Fußballarena Bad Tatzmannsdorf: „Unser Kunstrasen ist begehrt. Es gibt aber auch bei uns noch freie Kapazitäten. Die Hauptzeiten sind aber vergeben, am Wochenende ist der Platz ausgebucht.“ Übrigens: Dass der Kunstrasenplatz in Güssing nicht bespielbar sei, ist für Prisching „nicht nachvollziehbar“.

Training nicht mehr möglich. Kohfidisch muss so wie viele andere Vereine auf die umliegenden Kunstrasenplätze ausweichen. Dort sind nur mehr wenige Termine frei.