Erstellt am 17. Februar 2016, 04:49

von Patrick Bauer und Daniel Fenz

Langfristiges Konzept als neuer Erfolgsweg?. Michael Leitgeb verlässt seinen SV Oberwart nach der Generalversammlung am 4. Juni. Thomas Horvath übernimmt.

Wechsel in der Führungsetage. Michael Leitgeb (l.) übergibt bei der ordentlichen Generalversammlung am 4. Juni an Thomas Horvath. Foto: Bauer  |  NOEN, Patrick Bauer

Es war an der Zeit Fakten zu schaffen: Am vergangenen Freitag lud Oberwarts Obmann Michael Leitgeb in die Sportkantine zu einer Pressekonferenz. Im Profibereich Usus – im Unterhausfußball eine Rarität.

„Der Gedanke ist damals nicht fertig gedacht
worden. Jetzt wird der Betrieb in Unterwart
endlich wieder aufgenommen.“
Alfred Szabo, Nachwuchstrainer

So waren die rund 30 Anwesenden gespannt, was ihnen Leitgeb mitzuteilen habe. Dabei war das eigentlich klar: Leitgeb wird sich nach der ordentlichen Generalversammlung am 4. Juni aus dem operativen Geschäft zurückziehen.

Die Nachfolgeregelung? Geklärt, denn mit Thomas Horvath saß der Nachfolger schon mit an einem Tisch. „Ich habe mich 2013 bereit erklärt zu helfen“, so das derzeitige Oberhaupt, der anfügte: „Wirtschaftlich haben wir einiges geschafft, da wir viele Schulden abbauten, sportlich eigentlich auch, aber ich wollte nach noch Höherem streben.“

Unterwart nimmt den Spielbetrieb wieder auf

Zu Leitgeb wird sich auch „sein“ im Jahr 2013 mitgebrachtes Team beinahe komplett verabschieden. Einzig Kassier Reinhard Strobl erklärte schon seine Bereitschaft weiterzumachen, die restliche neue Vorstandsriege soll in den kommenden Wochen und Monaten vorgestellt werden.

„Wir werden ab dem Sommer konsequent auf unsere Jugend bauen“, so Nachfolger Horvath, der dieser Tage noch als Nachwuchs-Obmann werkt und im Verein „groß“ wurde, wie er selbst sagte. „Unser Konzept basiert nicht auf einem Jahr, sondern auf fünf oder zehn Jahren.“

Dabei soll dieses „Konzept“ wie folgt aussehen: Die Kampfmannschaft bleibt, egal ob Regionalliga oder BVZ Burgenlandliga, das Zugpferd. Dazu werde auch die 1b oder U23-Mannschaft eine große Rolle einnehmen, wie auch der UFC Unterwart, der im Sommer wieder seine Tore öffnet und ähnlich wie in Hartberg mit Eggendorf eine Kooperation entstehen soll, bei der beide Vereine profitieren.

„Der Betrieb wird wieder aufgenommen“, bestätigte Ex-UFC-Funktionär und Nachwuchsbetreuer Alfred Szabo. Ein großes Wort bei der Pressekonferenz war „Transparenz“. Für diese Offenheit soll der neue SV Oberwart stehen. Neo-Chef Horvath: „Wir brauchen Leute, die den Verein offen und sympathisch nach außen präsentieren.“


Wissenswertes

Wechsel in der Führungsetage. Michael Leitgeb (l.) übergibt bei der ordentlichen Generalversammlung am 4. Juni an Thomas Horvath. Bauer

Das sportliche Konzept, das ab Juni 2016 beim SV Oberwart Einzug hält, ist völlig unabhängig davon, ob Oberwart in der Regionalliga Ost bleibt oder in der BVZ Burgenlandliga spielt.

Die Kampfmannschaft wird zu einem überwiegenden Teil aus Spielern bestehen, die vom eigenen Nachwuchs stammen, sowie aus Spielern aus der Region.

Legionäre werden nur dann in Erwägung gezogen, wenn sie sportlich eine Top-Verstärkung sind und menschlich als auch finanziell zur Mannschaft passen. Es wird eine Höchstgrenze von zwei festgelegt.

Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Trainerteams soll das „Wir-Gefühl“ geweckt werden. Dadurch soll die Zugehörigkeit der Trainer und der Spieler zum SV Oberwart verstärkt werden.