Erstellt am 15. Juni 2016, 05:10

von Patrick Bauer

Meister Eberau steigt nicht auf: „Es ist das Beste für uns“. Der SV Eberau feierte am Samstagabend nach dem 2:1 über St. Margarethen den größten Triumph seiner Vereinsgeschichte. Nur: Einen Aufstieg gibt es beim Meister nicht!

Oh, wie ist das schön. Die Kapitäne in dieser Saison, Mario Schrammel und Patrick Kraller, durften den eigens angefertigten Meisterpokal in die Höhe stemmen und wurden mit offenen Armen und einer Sektdusche von ihren Teamkollegen empfangen. Fotos: Patrick Bauer  |  NOEN, Patrick Bauer
Selbst der Wettergott hatte am Samstag Erbarmen. Vor allem in Halbzeit eins schüttete es noch in Strömen, aber je näher der Schlusspfiff rückte, desto mehr lockerte der Himmel auf und als der SV Eberau gegen 19 Uhr seinen größten Triumph seit Bestehen beging, blinzelte gar die Sonne ein bisschen durch.

Vereinshymne schallte über den Platz

Diesen Sonnenschein hatten sich die Beteiligten auch verdient, denn es war auch für die erfolgsverwöhnten Eberauer – fünfter Titel seit 2003 – etwas Besonderes. Ein sichtlich stolzer Manfred Lakovits, seines Zeichens Obmann, schnappte sich das Mikrofon und ließ es sich nicht nehmen, sich bei jedem Kaderspieler einzeln zu bedanken und ihm eine Medaille samt Meisterleibchen zu überreichen.

Am Ende war das Oberhaupt gar federführend, als die Vereinshymne über den Sportplatz schallte und seine Sangeskünste haben es mitunter ebenfalls in sich.

„Das, was wir da schafften, war so nicht vorherzusehen, ist und bleibt einzigartig und wird allen auch ewig in Erinnerung bleiben“, sagte Meistertrainer Klaus Guger, der selbst erst irgendwann am Sonntagmorgen den Sportplatz verließ.

„Bedingungen würden unseren Budgetrahmen übersteigen“

Am Montag dann gingen die Blicke wieder nach vorne. So beraumte Lakovits eine Spielerbesprechung plus Vorstandssitzung ein, um über die Aufstiegsfrage zu beraten und zu entscheiden. Dabei sprach das Oberhaupt mit jedem Kicker per Einzelgespräch und im Anschluss noch mit seinen Funktionärskollegen, um zu diesem gemeinsamen Beschluss zu gelangen: „Wir steigen nicht auf!“

Das begründete Lakovits so: „Die finanziellen und infrastrukturellen Bedingungen würden unseren Budgetrahmen übersteigen. Hinzu kommt, die schwierige Lage mit der 1b, die Erfahrungswerte der südlichen Nachbarn und das Verlassen von Barnabas Varga zu Mattersburg und Gergely Levay zu Haladas, die nicht zu ersetzen sind. Sportlich hätten wir den Weg gerne bestritten, aber es war eine Entscheidung der Vernunft. Wir wissen, dass das nicht im Sinne des Verbandes ist, aber nach Abwägen aller Einzelheiten, ist es das Beste für uns.“