Erstellt am 27. Januar 2016, 03:48

von Carina Ganster

ÖSV-Kondichef Beretzki: „Leben am Limit“. Die Streif-Abfahrt bewegt auch noch Tage nach dem Rennen. ÖSV-Kondichef Toni Beretzki aus Güssing pfeift auf Ursachenforschung.

Toni Beretzki ist seit dem Sommer Konditionstrainer der Speed-Herren im ÖSV-Skiteam.  |  NOEN, Michael Pekovics BVZ
Zwischen sportlicher Höchstleistung und Drama – die Streif hat sich auch heuer wieder von ihrer eiskalten Seite gezeigt. Nicht umsonst gilt das Hahnenkamm-Rennen als härteste Abfahrt der Welt.

Mit den Österreichern Max Franz, Florian Scheiber, Hannes Reichelt und Georg Streitberger war der ÖSV von der Sturzorgie besonders betroffen.

„Ursachenforschung ist sinnlos“

Während mehrere Millionen Zuschauer via TV dabei waren, ist Toni Beretzki mitten im Geschehen gewesen. Der Güssinger ist nämlich seit dem vergangenen Sommer Konditionstrainer im ÖSV-Skiteam und hat Antworten zum verflixten Rennen.

„Ursachenforschung nach diesem Rennen ist sinnlos“, findet Beretzki klare Worte. Auch der Kritik von ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel, das Rennen hätte früher abgebrochen gehört, kann er nicht viel abgewinnen. Er spricht eher von einem verflixten Winter, einem Pechstern und dem Berufsrisiko, das bei jedem Rennen mitfährt.

„Zu sagen, die Linie der gestürzten Fahrer sei schuld oder Fehler beim Material und der Strecke zu suchen, hat keinen Sinn. Jeder Fahrer weiß, dass es ein Leben am Limit ist und nur wenn ein Sportler diese Einstellung hat, kann er solche Rennen fahren“, erklärt Beretzki, der jetzt umso mehr Arbeit als Konditionstrainer hat.

„Wir bringen alle Burschen wieder auf die Beine und im nächsten Jahr werden sie mit den gleichen Emotionen am Start stehen, wie in diesem Jahr. Das ist doch das Schönste“, ist der Güssinger überzeugt.