Erstellt am 09. Mai 2012, 00:00

St. Martin will die Süd-Reform kippen. WIDERSTAND STEIGT / Der Abstiegskampf in den 1. Klassen spitzt sich zu. Jetzt macht St. Martin gegen die Reform mobil.

 |  NOEN
x  |  NOEN

VON PATRICK BAUER

Der Abstiegskampf in den 1. Klassen geht in die finale Phase. Zehn Absteiger werden gesucht, wobei bei einigen der bittere Gang in die letzte Klasse schon feststeht und die anderen sich mit Haut und Haaren gegen die Versetzung in die „Schutzklasse“ wehren. Wen es am Ende wirklich trifft, ist vollkommen offen. Fakt ist nur: Viele direkt betroffene Vereine sind mit dem vom BFV am 4. Feber 2011 bestimmten Beschluss eine 1. Klasse zu streichen, unzufrieden.

„Der Abstiegskampf ist  brutal – das ist zu viel“

 

Egal ob in der 2. und 1. Klasse oder der 2. Liga Süd, bei allen Vereinen, die hinten drinnen stehen, mehren sich kritische Stimmen. „Als totalen Schwachsinn“, bezeichnete etwa Bocksdorfs Schriftführer Franz Kovacs den Beschluss. St. Michaels Trainer Rudi Kopitar meinte, dass es „eine Gemeinheit ist, dass 32 Vereine in die letzte Klasse geschickt werden“. Auch beim 1. Klasse A Süd Verein aus Wolfau – eigentlich gerettet – äußerte sich Trainer Harald Rehberger kritisch über die Situation: „Es war sehr wenig durchdacht. Es ist nicht gut, dass die Hälfte aller Vereine plötzlich letztklassig ist.“

Beim ASV St. Martin versucht nun Obmann Sepp Zigling mit einer verschickten E-Mail an alle Vereine auf die Problematik der Klubs in der 1. Klasse aufmerksam zu machen. Auch ÖFB-Rechtsreferent Thomas Hollerer wurde befragt, ob es möglich wäre, den Beschluss rückgängig zu machen. Dies sei zumindest „grundsätzlich denkbar“, so Hollerer. Dafür schickte Obmann Zigling die Mail an alle Vereine des Südburgenlandes. „Ich weiß, dass die Abstimmung damals eindeutig war, aber in unserer Klasse herrscht bis zum fünften Platz Abstiegskampf. Das ist brutal und zu viel. Jedes Foul, jeder Pfiff, jede Fehlentscheidung, könnte den Abstieg bedeuten. Mir ist bewusst, dass die Meisterschaft fortgeschritten ist, aber noch ist es nicht zu spät. Es hätte niemand einen Schaden, wenn man den Beschluss aussetzt“, sagt Sepp Zigling.

BFV-Präsident Milletich  will „Thema“ ansprechen

 

Es kommt jetzt darauf an, ob und wie viele Vereine auf die Mail von Zigling antworten werden. Der Obmann will ungefähr 30 positive Reaktionen. Dann wird es dem BFV geschickt und obliegt diesem. Beim BFV nahm Obmann Gerhard Milletich dies so zur Kenntnis: „Diese Reform wurde von den Vereinen der Gruppe Süd gewünscht, auf demokratischem Weg beschlossen und dann dem Verband zur Bestätigung weitergeleitet. Der BFV hat hier also dem Wunsch der Mehrheit entsprochen. Wir werden das Thema natürlich im Präsidium und auch im Vorstand behandeln und dann entscheiden. Grundsätzlich ist aber festzuhalten, dass Meisterschaften schon so beendet werden sollten, wie sich auch geplant wurden.“

Auf Milletichs Reaktion angesprochen meint Obmann Zigling: „Das ist alles klar. Aber vielleicht kann sich der Vorstand des BFV auch eingestehen, dass es vielleicht nicht gut durchdacht war. Manches Mal ist es auch gut, sich selber zu hinterfragen. Eines ist klar: Je mehr Vereine bei der E-Mail unterschreiben, desto größer sind die Chancen.“