Erstellt am 30. Mai 2012, 00:00

Überraschende Wende: Der Hit wird wiederholt. 2. KLASSE B SÜD / BFV gibt dem Mühlgraben-Protest statt. Das Spiel gegen Kirchfidisch wird somit neu ausgetragen.

VON CARINA GANSTER

Der Aufstiegskampf in der 2. Klasse B Süd nimmt bizarre Formen an. Wie die BVZ bereits berichtete, legte der SV Mühlgraben gegen die 3:4-Heimniederlage vom 5. Mai im Spitzenspiel gegen Kirchfidisch Protest ein. Grund war eine Entscheidung von Schiri Josef Pieler im Finish beim Stand von 3:3. Zur Erinnerung: Mühlgrabens Spielertrainer Borut Gerencer fabrizierte laut Pieler im Strafraum der Kirchfidischer eine Schwalbe, das Spiel lief weiter, Mühlgraben traf zum vermeintlichen 4:3 – Pieler ließ aber lediglich den Vorteil abwarten und pfiff erst dann aufgrund der Schwalbe ab. Statt 4:3 gab es Freistoß für die Kirchfidischer, die dann prompt noch selbst das 3:4 erzielen konnten. Stein des bizarren Protestanstoßes seitens des Tabellenführers: Pieler hätte Gerencer die Gelbe Karte zeigen müssen.

Vergangenen Donnerstag befasste sich der Beglaubigungsausschuss des BFV unter dem Vorsitzenden Rainer Hack mit der Causa und gab dem SV Mühlgraben überraschend recht. Jetzt soll es sogar eine Neuaustragung des Schlagerspiels geben. Hack begründet die Entscheidung folgendermaßen: „Es handelte sich um einen unbestrittenen Regelbruch aufgrund einer falschen Spielfortsetzung.“

Kirchfidisch kann bis 13.  Juni Einspruch erheben

Den Vereinen wird das schriftliche Urteil erst unter der Woche zugestellt. Inoffiziell steht mit 7. Juni sogar schon ein Termin für die Neuaustragung des Schlagers fest.

Was verwundert: Der Grund für eine Neuaustragung ist, dass der Schiri aufgrund der Unsportlichkeit keine Gelbe Karte gab, und nicht wie vermutet, die Auswirkung auf das Ergebnis (dass Pieler auf Schwalbe entschieden hat, wurde nicht in Frage gestellt). Wie es in dieser Causa nun weitergehen soll, ist unklar. „Wir haben bis 13. Juni Zeit Einspruch gegen das Urteil zu erheben und das können wir auch ausreizen“, sagt Kirchfidisch Obmann Georg Posch.

Hintergrund: Das letzte Meisterschaftsspiel wird am 9. Juni ausgetragen. Derzeit liegt Mühlgraben zwei Runden vor Schluss drei Punkte vor Kirchfidisch.

Holt der Zweite den Rückstand noch auf, wird wohl nach Ende der Meisterschaft am grünen Tisch um das 4:3 gekämpft. Bei einem Einspruch würde sich der Protestausschuss des BFV unter dem Vorsitz von Richter Dieter Potzmann damit befassen. Ob das vom Beglaubigungsausschuss ausgestellte Urteil hält, darf zumindest bezweifelt werden. Aus Mühlgraben gab es zu diesem Thema keine offizielle Stellungnahme.