Erstellt am 20. März 2013, 00:00

Unruhe vor Risikospiel. Aufpasser / Nach Rauferei im Hinspiel der U23 zwischen Neustift und Burgauberg werden im Rückspiel Verbandsbeobachter vor Ort sein.

Von Siegfried Prader und Carina Ganster

FUSSBALL / Wer hätte jemals gedacht, dass ein Spiel in der 2. Klasse – noch dazu ein Reservespiel – einmal als „Hochrisikospiel“ eingestuft wird? Am Sonntag (13 Uhr) findet ein solches statt, und zwar zwischen Neustift und Burgauberg.

Doch warum ist das Spiel, das schon im Vorfeld die Gemüter erhitzt, so riskant? Im Hinspiel hat ein Fußballer aus Neustift nach dem Match den Schiedsrichter der Heimmannschaft geschlagen und verletzt (die BVZ berichtete). Der ASK Neustift hat damals vom Straf- und Meldeausschuss des BFV 700 Euro Strafe aufgebrummt bekommen. Der 47-jährige Fußballer wurde zu einer Rekordsperre von 36 Spielen verdonnert.

Erst in der vergangenen Woche fand die Verhandlung zwischen dem Neustifter Spieler und dem Burgauberger Schiedsrichter am Bezirksgericht in Güssing statt. Die Strafe fiel für den Geschädigten viel zu gering aus. Er und sein Anwalt überlegen jetzt eine weitere Klage beim Zivilgericht. Da gehe es nicht um Geld, sondern darum, dass dieser Fall als abschreckendes Beispiel dienen soll.

Auswärtsteam fordert 

„Ein paar hundert Euro Geldstrafe und keine Reue seitens des Täters sind kein befriedigendes Urteil für mich, zudem bin ich gesundheitlich weiterhin angeschlagen. Der Schlag hat meine Halswirbelsäule verletzt. Ich befinde mich noch immer in Therapie und das ein dreiviertel Jahr nach dem Vorfall“, sagt der Burgauberger Schiedsrichter, der dem Rückspiel auf keinen Fall beiwohnen will. Anders seine Kollegen und Funktionäre des USV Burgauberg, die nach Neustift müssen, aber unter Aufsicht des Fußballverbandes. „Wir haben Verbandsüberwachung für diese Begegnung angefordert. Die Gemüter sind erhitzt. Es ist nicht schlecht, wenn ein außenstehender Beobachter dabei ist“, macht Sektionsleiter Gerald Heuberger klar, dass dieses Spiel für seinen Verein kein „normales“ ist.

Beim BFV ist man aufgeklärt. „Wir wissen Bescheid und wollen natürlich, dass alles friedlich abläuft, wovon wir aber ausgehen. Wir werden vielleicht sogar zwei Verbandsbewacher zum Spiel schicken, um alles unter Kontrolle zu haben“, sagt BFV-Geschäftsführer, Simon Knöbl. Im Falle einer Auseinandersetzung hätte der BFV dann danach zwei objektive Meinungen. Bleibt zu hoffen, dass der Straf- und Meldeausschuss von diesen Meinungen künftig nicht Gebrauch machen muss.