Erstellt am 18. Mai 2016, 05:04

von Daniel Fenz

Vorzeitiges Aus für den ASKÖ Stinatz. Obmann Gerald Koschitz stellte den Spielbetrieb ein. Es könnte in der Causa auch noch ein langer Rechtsstreit bevorstehen.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Im Jänner hatte es beim Hallenturnier noch den Anschein, dass alles in Ordnung sei. Zumindest konnten Bürgermeister Andreas Grandits, Obmann Gerald Koschitz und Kassier Andreas Stipsits (v.l., mit Florian Lukschander, 2.v.l.) beim Foto noch lachen. Foto: Daniel Fenz  |  NOEN, Daniel Fenz

Es könnte wohl noch Wochen dauern, bis beim ASKÖ Stinatz alles geklärt ist. Der Vorstand wurde bei der Generalversammlung am 6. Mai vom eingesetzten Rechnungsprüfer, SPÖ-Vizebürgermeister Josef Kreitzer, nicht entlastet (die BVZ berichtete, siehe unten).

„Die Gemeinde übernimmt keine Schulden.
Ich helfe gerne, wenn es um Maßnahmen
für die Jugend geht, sonst nicht.“
Ortschef Andreas Grandits


Obmann Gerald Koschitz – er war zu keiner Stellungnahme erreichbar – dürfte dann am Wochenende die Reißleine gezogen haben. Der ehemalige Sektionsleiter Viktor Kirisits erklärte im Gespräch mit der BVZ, dass sein Obmann den Verband darüber informierte, dass der Spielbetrieb eingestellt wurde.
Koschitz bleibt bis zur Entlastung Obmann

Noch-Kassier Andreas Stipsits klärt auf: „Es stimmt, wir haben den Spielbetrieb stillgelegt.“ Stipsits hat sein Amt bei der Generalversammlung, genauso wie Obmann Koschitz und Sektionsleiter Viktor Kirisits, zurückgelegt.

Doch ganz so einfach ist die Sache nicht, wie Kreitzer klarstellt: „Beim Gespräch zwischen Bürgermeister Andreas Grandits und mir ist Gerald Koschitz noch immer als Obmann des Vereins aufgetreten. Man kann jederzeit sein Amt zurücknehmen. Die Frage ist aber, ob es auch anerkannt wird. Solange der Vorstand nicht entlastet wurde oder ein Neuer gewählt wurde, bleiben Obmann Koschitz und sein Team in der vollen Handlungsagenda.“

Josef Kreitzer: „Ich befürchte Schlimmes“

Der Vizebürgermeister befürchtet daher, dass die rechtliche Situation auf der Bezirkshauptmannschaft in Güssing geklärt werden muss, und die Causa sogar vor Gericht enden könnte. „Es gibt nicht einmal Vorstandsprotokolle, ich befürchte Schlimmes“, so Kreitzer.

Bürgermeister Andreas Grandits sagt dazu: „Der Obmann hat uns informiert, dass es offene Forderungen von rund 240.000 Euro gibt. Es sind noch mehr Gelder offen, derzeit sind mir die Hände gebunden.“

Fix ist für Grandits aber: „Die Gemeinde übernimmt keine Schulden. Ich helfe gerne, wenn es um Maßnahmen für die Jugend geht, sonst nicht.“ Der Straf- und Meldeausschuss (STRUMA) des BFV wird sich mit dem Fall morgen, Donnerstag, befassen.

„Es wird wohl so sein, dass alle Spiele aus der Wertung genommen werden. Das wird aber erst entschieden“, erklärte BFV-Sekretär Karl Schmidt. Indessen sprachen zwei Stinatzer Kicker beim BFV, die sofort wechseln wollten, vor. Das ist nicht möglich.

„Sie können erst in der Übertrittszeit zwischen 5. und 15. Juli wechseln“, erklärt STRUMA-Boss Erich Schöll. BFV-Geschäftsführer Simon Knöbl meint zum Fall: „Natürlich ist es um jeden Verein schade – vor allem, wenn eine Stilllegung während der Meisterschaft passiert. Es ist aber alles in den Statuten geregelt.“


Wissenswertes

Vereinsregisterauszug zum Stichtag 15. Mai; Zuständigkeit: Bezirkshauptmannschaft Güssing Verein: ASKÖ Stinatz

Organschaftliche Vertreter:

Obmann: Gerald Koschitz

Obmann-Stv.: Georg Benkö Schriftführer: Peter Zsifkovits

Kassier: Andreas Stipsits

Quelle: zvr.bmi.gv.at