Erstellt am 03. Juli 2013, 00:00

„Werden gesund bleiben“. 2. Klasse B Süd / Christian Mittl, Kassier des ASV Tobaj/Hasendorf, spricht im Interview mit der BVZ über Probleme in der 2. Klasse, Gerüchte über eine Auflösung und den Transferwahnsinn.

Entscheidung in der Transferzeit. Ob Thomas Nikitser auch im Herbst noch im Tor des ASV Tobaj steht, ist noch nicht klar. Foto: Siegfried Prader  |  NOEN, Siegfried Prader

Mit Neustift und Litzelsdorf haben zwei Teams innerhalb weniger Tage die Pforten geschlossen und der Aderlass in der 2. Klasse B Süd könnte weitergehen. Auch rund um den ASV Auto Bleyer Tobaj-Hasendorf brodelt die Gerüchteküche. Daher nimmt Kassier Christian Mittl im folgenden Interview zur aktuellen Situation Stellung.

BVZ: Was ist dran an den Gerüchten? Wird es den ASV Tobaj-Hasendorf in der nächsten Saison wirklich nicht mehr geben?

Christian Mittl: Das wird sich in der Transferzeit entscheiden. Spieler, Funktionäre und Mitglieder des Sportvereines wollen natürlich weitermachen.

Heißt das, in Tobaj gibt es in erster Linie ein personelles und kein finanzielles Problem?

Mittl: Natürlich, wie bei anderen Vereinen auch. Über Jahre hinweg kaum Geburten, uns fehlt es einfach am Nachwuchs. Dazu kommt heuer noch, dass mit Thomas Nikitser und Martin Szeyer zwei Einheimische ihre Karriere beenden.

Wie schaut es mit den Finanzen aus?

Mittl: Wir sind ein wirtschaftlich gesund geführter Verein und stehen in dieser Hinsicht sehr gut da.

Wird der ASV Tobaj in der Transferzeit, die ja noch ein bisschen dauert, ordentlich zulangen?

Mittl: Wir werden es versuchen, aber wir werden auf keinen Fall diesen Transferwahnsinn, der momentan vorherrscht, mitmachen. In dieser Hinsicht ist die 2. Klasse B Süd kaputt.

Das sind harte Worte. Was meinen Sie damit konkret?

Mittl: Das Problem ist, dass heute viele Fußballer relativ viel Geld in der 2. Klasse verdienen wollen. Wir hatten schon Zusagen per Handschlag, dann waren sie wieder weg, weil sie woanders mehr einstreifen.

Was läuft da derzeit Ihrer Meinung nach schief?

Mittl: Einige Vereine zahlen weniger oder durchschnittlich begabten Kickern Unsummen an Geld. Ob hier die Vereine nicht auf Kosten der eigenen Gesundheit pokern, sei dahingestellt. Wir werden gesund bleiben, auch wenn wir bei dem einen oder anderen Transfer den Kürzeren ziehen.

Das alles klingt nicht sehr zuversichtlich.

Mittl: Das ist die Realität. Wir werden uns bemühen, aber wenn es nicht sein soll, dann eben nicht.

Interview: Siegfried Prader