Erstellt am 11. Dezember 2013, 09:00

von Bernhard Fenz

Winkelbauer geht: „Mein Akku ist leer“. SV Güssing / Trainer Hannes Winkelbauer zieht sich beim Klub der BVZ Burgenlandliga aus privaten und strukturellen Gründen zurück.

Balltreten - ein Bild aus der Vergangenheit: Hannes Winkelbauer beendet nicht nur seine Karriere als Spieler, sondern tritt auch als Trainer des SV Güssing zurück. Die Trennung erfolgte im Guten. Foto: BVZ  |  NOEN, BVZ
Von Bernhard Fenz

FUSSBALL / Der SV Güssing wird sich in den kommenden Tagen (und Wochen?) um einen neuen Chefcoach umsehen müssen. Hannes Winkelbauer, seit Juli 2005 als Kicker und seit Mai 2012 auch als Spielertrainer bei den Südburgenländern tätig,ist zurückgetreten.

Beim Güssinger Hallenturnier am Wochenende betreute bereits U23-Coach Thomas Hergovits die Mannschaft interimistisch. Auch Kevin Töpfer, Winkelbauers rechte Hand auf der Linie, ist aus beruflichen Gründen nicht mehr dabei.

Der Wunsch nach einem größeren Kader 

Rein sportlich wollte Hannes Winkelbauer die Personalstruktur des Tabellen-Zwölften im Winter verändern. „Wir sind mit 15 Spielern in die Meisterschaft gegangen, so kann sich die Mannschaft aber meiner Meinung nach nicht weiterentwickeln.“

Konkrete Wünsche: „Mein Körper ist leer. Es war klar, dass ich als Spieler nicht mehr zur Verfügung gestanden wäre. Wir brauchen somit einen routinierten Innenverteidiger. Dazu sollten die beiden Legionäre (Anm.: Marko Lozo, Krstijan Brcic) ersetzt werden, außerdem müsste in der Offensive noch ein Spieler getauscht werden.“

Vorstand muss Jugend weiter forcieren: „Keine Abenteuer“

Um den Kader auf 17 Akteure zu verbreitern, wären laut Winkelbauer noch zwei „junge Spieler“ als Verstärkung nötig. „Dann könnte man im Training auch viel besser arbeiten.“

Diese Wünsche kann der Vorstand, wie Obmann Martin Muik bestätigte, aber nicht erfüllen. „Wir müssen die Linie forcieren, dass wir unsere eigenen Leute weiter integrieren. Es ist auch alles eine Frage des Geldes – da wollen wir keine Abenteuer.“

Trennung im Guten: „Die Türen sind immer offen“ 

Aber auch private Gründe spielten bei der Rücktrittsentscheidung von Hannes Winkelbauer eine wesentliche Rolle. Für Muik ist diese Komponente auch der Hauptgrund. „Mir tut es unendlich leid und ich bin Hannes sehr dankbar, dass er im Herbst noch gespielt hat. Die Türen in Güssing sind für ihn immer offen.“

Auch der langjährige Spieler geht im Guten: „Wir sind überhaupt nicht böse aufeinander. Aber es geht jetzt nicht anders. Mein Akku ist leer.“ Auf der Suche nach einem Nachfolger werden die Südburgenländer nun nichts überstürzen. Für Martin Muik besteht auch keine Eile: „Wir werden uns jetzt nach dem Hallenturnier in aller Ruhe zusammensetzen und die Thematik anständig durchdiskutieren.“