Erstellt am 04. Juni 2014, 13:20

von Michael Pekovics

Eine Region feiert: „Das war der Traum“. Basketball /  Die Güssing Knights schrieben mit dem 3:2 in der Finalserie gegen Kapfenberg Geschichte und spielen international.

Freudentanz. Nach dem Titelgewinn ließ sich Marcus Heard zu einem wilden Tanz hinreißen.  |  NOEN, Fenz

Einige Tage nach dem ersten Meistertitel in der Geschichte der Güssing Knights können es die Verantwortlichen immer noch nicht so richtig glauben. Zu fantastisch ist die Geschichte des kleinen familiären Basketball-Vereins im Südburgenland, waren doch die Vorzeichen nach dem 0:2-Rückstand in der Finalserie gegen Kapfenberg alles andere als günstig.

Zollner: „Ich bin einfach nur stolz"

„Wir standen in den vergangenen Wochen alle unter Strom, ich hab es noch immer nicht realisiert, dass wir jetzt Meister sind“, sagt Assistantcoach Daniel Müllner nach 14 anstrengenden Play off-Spielen in nur vier Wochen. Sein Chef, der deutsche Headcoach Matthias Zollner, ist „einfach nur stolz: auf die Spieler, auf die Mannschaft, auf den ganzen Verein: Wir haben immer an den Erfolg geglaubt und jetzt haben wir ihn!“ Auch Thomas Klepeisz kann es noch nicht fassen: „Vor der Saison war das der Traum – jetzt ist es Realität, Wahnsinn!“

Ausschlaggebend waren mehrere Bausteine: Zum einen die gute konditionelle Verfassung, die es den Rittern ermöglichte, im entscheidenden letzten Viertel des fünften Spiels einen Zahn zuzulegen. Zum anderen die Außenseiterrolle, in der die Knights befreit aufspielen konnten. Dazu kommt noch die tolle Teamchemie, die die invididuellen Stars von Kapfenberg in die Knie zwang. „Ich habe den Spielern schon vor dem fünften Spiel gesagt, dass das, was sie erreicht haben, ein Traum ist. Und das wir keinen Druck haben: Geht raus und habt Spaß – dann gewinnen wir!“, blickt Obmann Reinhard Koch zurück.

Europa ruft, das Team soll gehalten werden

Aber auch, wenn die Nachwehen der Meisterfeiern noch zu spüren und zu hören sind, beginnen jetzt die Planungen für die kommende Saison. Schließlich ist Güssing als Meister verpflichtet, Eurochallenge zu spielen. „Das ist super für die Spieler, sie werden den nächsten Schritt nach vorn machen“, weiß Müllner. Voraussetzung dafür ist aber, dass das Team gehalten werden kann. In den nächsten Tagen werden Gespräche geführt, die Verpflichtung von Headcoach Zollner steht ganz oben auf der Prioritätenliste: „Mein größter Wunsch ist, dass er bleibt“, sagt Koch.

Und auch Zollner ließ am Sonntag zwischen den Zeilen durchblicken, dass er durchaus Interesse hat, in Güssing zu bleiben: „Heute denken wir noch nicht an die internationalen Bewerbe, aber das gehen wir morgen an.“ Was den Kader betrifft, steht derzeit nur fest, dass mit allen Spielern Gespräche geführt werden sollen. „Das machen wir in diesen Tagen, am Donnerstag fliegen die Legionäre nach Hause“, weiß Müllner.

Thomas Klepeisz hatte im Siegerinterview nach dem Finale bereits angekündigt, dass das nächste Ziel die Titelverteidigung ist: „Aber zuerst feiern wir, bis die Burg niederbrennt.“ Das haben die Knights zwar dann nicht geschafft, wohl aber die Polizei auf den Plan gerufen, weil das Feiern in der Nacht auf Sonntag einigen Anrainern zu laut war. Umso ausgelassener war dann aber die Stimmung am Sonntag bei der Meisterehrung.