Erstellt am 18. Februar 2015, 09:17

von Patrick Bauer

Klagenfurt-Kicker Kager: „Ich fieber am Ticker mit“. Bernd Kager kickte lange für den SV Oberwart. Mittlerweile sorgt er in Kärnten bei der Austria aus Klagenfurt für Furore. Seinen Ex-Klub hat er immer im Blick.

Finger nach oben. Bernd Kager will mit Austria Klagenfurt in die Sky Go Erste Liga. Die Vorzeichen dafür stehen gut, auch wenn im Jahr 2015 noch einige schwierige Hürden zu bewältigen sind. Foto: zVg  |  NOEN, zVg
Es war ein Ringen mit sich selbst. Auf der einen Seite wollte er „seinem“ SV Oberwart, mit dem er viele Erfolge wie den Meistertitel in der BVZ Burgenlandliga oder den Klassenerhalt nach dem ersten Jahr in der Regionalliga Ost schaffte, treu bleiben.

Auf der anderen Seite tat sich eine Chance auf, die wohl in diesem Leben nicht wiederkehren würde. Eingliederung in den Profibetrieb, Umzug nach Kärnten – einfach ein neuer Lebensabschnitt. Bernd Kager wagte den Schritt und schloss sich der Austria aus Klagenfurt an.

Schnell eingelebt: „Sind einfach eine gute Partie“

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Mit den Kärntnern legte er in der Hinrunde einen unglaublichen Lauf hin und die Elf von Ex-Bayern-Spieler Manni Bender führt die Tabelle mit acht Punkten Vorsprung an.

„Ich hab mich im Sommer sehr schnell eingelebt, was zum einen an der Unterstützung des Vereins lag und zum anderen an der Tatsache, dass wir einfach eine gute Partie sind und der Zusammenhalt bei uns groß geschrieben wird“, so der defensive Mittelfeldspieler zur BVZ.

Sofort erkämpfte er sich einen Stammplatz und wurde zur tragenden Säule im Gebilde des Traditionsklubs, der nur ein einziges Spiel verlor und sehr starke 13 mal den Platz als Sieger verließ.

Lobende Worte für Erfolgscoach Bender

Das Erfolgsgeheimnis kennt Kager: „Wir haben einen sehr großen und dabei jungen Kader, in dem sehr viel Qualität steckt. Nahezu jede Position ist doppelt besetzt. Weiters wird sehr professionell gearbeitet. Zum Beispiel haben wir einen Profibetrieb, bei dem wir zweimal täglich am Platz stehen.“

Auch für Trainer Bender, der nicht nur bei Bayern München, sondern auch bei 1860 oder Nürnberg in der Deutschen Bundesliga kickte, findet Kager nur lobende Worte: „Man merkt, dass er jeden Spieler besser machen kann.“

„Habe mit vielen noch immer Kontakt“

Die Ziele für das Frühjahr sind klar: Vorne bleiben und dann gegen den Meister aus der Regionalliga Ost –  vermutlich Ritzing – um den Aufstieg in die Erste Liga spielen. „Wir konnten uns im Winter noch einmal verstärken. Ich denke schon, dass wir das schaffen können“, erklärt der Profi, der sich derzeit in der Türkei intensiv auf die Rückrunde vorbereitet.

Natürlich verfolgt er auch seinen Ex-Klub aus Oberwart. Dieser absolvierte den Umbruch im Sommer mit Bravour und sicherte sich, wie die Austria, den Herbstmeistertitel.

„Wenn wir nicht gerade selber spielen, fieber ich meist am Live-Ticker mit. Zudem habe ich mit vielen noch immer Kontakt“, so Kager, der an eine Rückkehr der Oberwarter in die Regionalliga glaubt: „Sicher ist es möglich, vor allem wenn es zum Start gut läuft. Und sind wir uns ehrlich: Oberwart gehört einfach in die Ostliga.“ Ob er sich dann eine „Heimkehr“ vorstellen könnte?

Heimkehr? Derzeit noch nicht, aber ...

Noch ist es aber zu früh darüber zu sprechen. Zu groß und schön sind die Aufgaben, die in Kärnten auf ihn warten. Aber irgendwann wird das wieder zum Thema.

Derzeit verschwende er zwar „keinen Gedanken“ an ein Comeback, aber: „Im Fußball geht es oft sehr schnell. Und wenn, dann bleibt Oberwart mein erster Ansprechpartner.“ Die Fans im Südburgenland freuen sich schon jetzt darauf, wenn Kager wieder im blau-weißen Trikot auf „unseren“ Plätzen seine Klasse zeigt.