Erstellt am 20. Mai 2015, 08:48

von Daniel Fenz

Kooperation gescheitert: „Chance verpasst“. Der Verein wollte bei einem möglichen Aufstieg in die Regionalliga mit Unterwart kooperieren – daraus wird nichts.

Gut verkauft. Der SV Oberwart mit Lukas Horvath (l.) holten sich beim BFV-Cupfinale in Trausdorf den dritten Platz. Schon zuvor stand fest, dass die Elf von Trainer Sandor Preisinger in der kommenden Saison im ÖFB-Cup antreten wird. Dort wünscht man sich natürlich einen ganz »Großen«, wie beispielsweise die Austria vor knapp zwei Jahren. Foto: Martin Ivansich  |  NOEN, Martin Ivansich
Das wäre ein Coup gewesen: Der SV Oberwart, derzeit an der Spitze in der BVZ Burgenlandliga, wollte mit dem UFC Unterwart eine Kooperation eingehen, die der 1b-Mannschaft zugute gekommen wäre. Dieses Szenario zerschlug sich am Wochenende, auch weil man sich in Unterwart über die Vorgehensweise nicht einig wurde.



Dabei besteht diese „Fusion“ im Nachwuchs schon seit einiger Zeit und funktioniert dabei reibungslos. Jetzt wollten die Oberwarter diese Kooperation weiter forcieren und die 1b-Elf, die bei einem Aufstieg wieder in der 1. Klasse einsteigt, Richtung Unterwart verlagern. Dazu kam es nicht – aus verschiedenen Gründen.

„Sie wollten von uns 3.000 Euro“

So meinte Unterwarts Cheftrainer Alfred Verdi: „Sie wollten von uns 3.000 Euro, dabei ist unser Spielbetrieb gar nicht so teuer.“

Den Betrag wollte Oberwarts Obmann Michael Leitgeb selbst nicht kommentieren, meinte dazu nur: „Woher stammt dieses Gerücht, über Geld spreche ich nicht.“

Generelle Bereitschaft bestand auf Seiten der Unterwarter aber sehr wohl, wie auch Oberhaupt Manfred Horvath erklärte: „Als Obmann war ich an so einer Fusion schon interessiert, aber die Grundverhandlungen passten nicht.“

„Für uns ist das jetzt kein Thema mehr“

Dazu ist für das Wochenende auch eine Generalversammlung geplant, wo derzeit noch offen ist, wie es mit dem UFC weitergeht. Horvath: „Es ist derzeit alles möglich, sogar eine Auflösung des Vereins.“

Der Unterwarter Vereinsboss wirkte amtsmüde, wie er auch selbst bestätigte: „Ich bin gebürtiger Unterwarter, lebe aber schon seit 25 Jahren nicht mehr in der Ortschaft. Das ist alles nicht so einfach.“

Die Gefühlslage innerhalb des Vorstandes bezüglich einer Kooperation ist durchaus gespalten. So hoffte etwa Kassier-Stellvertreter Alfred Szabo noch immer auf eine Einigung mit dem Nachbarn: „Wir haben unsere Hausaufgaben noch nicht ganz erledigt und würden sehr gerne noch einmal mit den Oberwartern sprechen.“

Dem schob Michael Leitgeb gleich einen Riegel vor: „Sie haben ihre Chance verpasst. Unterwart ist für uns kein Thema mehr. Wir wollten unsere 1b dorthin auslagern. Das wäre für alle interessant gewesen.“

Die Ziele des Oberwarter Obmannes sind durchaus groß. So will man sich nach einem etwaigen Aufstieg in der Regionalliga konsolidieren, eine gute Rolle spielen und dabei auch die Zweitauswahl auf ein neues Level hieven. Leitgeb: „Wir haben eine tolle Infrastruktur und eine gute Mannschaft. Prinzipiell müssen wir mit keinem kooperieren. Es wäre nur ein richtiger Gedanke gewesen.“