Erstellt am 25. November 2015, 09:50

von Daniel Fenz

„Marathon-Kickerei“ sorgt für Unmut. Die Kritik der Vereine am üppigen Meisterschaftsbetrieb nahm zuletzt Überhand: 17 Klubs, das sei unbefriedigend und zu viel.

Kritisiert den Verband: Riedlingsdorfs Trainer Joachim Schwarz sagt, dass die 1. Klasse mit 17 Vereinen zu groß ist. »Viele können nicht einmal mehr auf Urlaub fahren.« Foto: Daniel Fenz  |  NOEN, Daniel Fenz

Es ist keine einfache Situation für Spieler, Trainer und Funktionäre in der 1. Klasse. Aufgrund diverser Nachtragsspiele dauert die Hinrunde bis zum ersten Advent-Wochenende. Zuletzt wuchs auch wieder die Kritik am Burgenländischen Fußballverband.

Riedlingsdorfs Trainer Joachim Schwarz meinte etwa: „Es ist grob fahrlässig, eine Meisterschaft mit 17 Teams zu spielen. Die Pause ist viel zu kurz, viele können nicht auf Urlaub fahren. Wir haben mehr Runden als eine Halbprofi-Elf“, so der Chefcoach, der anfügte: „Das ganze System war nicht durchdacht.“

Einen Lösungsansatz schoss er hinterher: „Drei regionale Gruppen in der 1. Klasse wären super, auch die 2. Liga Süd müsste auf 14 reduziert werden. Scheinbar will man das System aber nicht verändern.“

Milletich: „Die Initiative ging vom Süden aus“

Gerhard Milletich, Präsident des Burgenländischen Fußballverbands, nahm gegenüber der BVZ Stellung: „Fakt ist, dass die Idee vom Süden kam. Wir haben das zur Kenntnis genommen und abstimmen lassen. Wenn jetzt einige Vereine ein anderes Modell möchten, können wir gerne darüber diskutieren.“ Der Verbands-Boss stellte aber auch klar, dass die Vereine Lösungsansätze liefern müssten.

„Wenn es schlagkräftige Argumente für eine Erneuerung des Systems gibt, werden wir diese prüfen und überdenken.“

Über die Grenzen blickte etwa Mühlgrabens Trainer Josef Unger: „In der steirischen Landesliga gibt es dort 16 Vereine, das ist schon genug. 17 Teams sind eine zu große Belastung im Amateursport.“ Ähnlich sieht das auch Wiesflecks Obmann Bruno Fako: „Die Regelung mit 17 Vereinen ist im Amateurbereich nicht tragbar. Im Frühjahr kommen die Gesperrten hinzu. Wer hat schon so einen großen Kader? Das ist schwer zu finanzieren.“

Bad Tatzmannsdorfs scheidender Trainer Ernst Bürger: „17 Vereine in einer Klasse, das ist der größte Unfug, den es gibt. Im Winter soll man an Hallenturnieren mitspielen, und am 10. Jänner beginnt dann schon wieder das Training.“ Ollersdorfs Trainer Günter Rosenkranz: „Dass wir zweimal Richtung Jennersdorf fahren müssen, stört mich nicht so wie, dass wir seit 15. Jänner trainieren. Im Sommer gab es eine Woche Pause.“

Hallenfußball? Nicht mit Rosenkranz: „Ich gönne ihnen eine Verschnaufpause für das Frühjahr.“ Eine Lösung hatten die meisten der befragten Trainer zwar nicht parat. Einig war man sich aber, dass das jetzige System nicht das Beste ist.