Erstellt am 11. Mai 2016, 05:34

von Patrick Bauer

Normalität hält in Oberwart Einzug. Die turbulenten Tage beim SV Oberwart scheinen zumindest vorerst einmal vorbei, denn in dieser Woche geht der Betrieb regulär weiter, wie alle Beteiligten versicherten.

Es wurde gespielt. Nach einer schwierigen Woche für den SV Oberwart bewiesen die Kicker, was den »SVO-Geist« ausmacht: Leidenschaftlich, mit wahnsinnig viel Herz und Engagement holte man ein 0:0. Foto: Bauer  |  NOEN, Patrick Bauer
Es kehrt wieder Ruhe ein. Zwei Trainingseinheiten werden die Fußballer des SV Oberwart nach Abdruck dieser Zeilen schon absolviert haben. Am Montag und Dienstag bat Trainer Richard Niederbacher seine Mannen wieder zur Übungseinheit und diese folgten dieser Aufforderung auch.

Nicht wie in der vergangenen Woche, als Marc Farkas und Kollegen ihrem Unmut über noch offene Zahlungen Luft verschafften und mit einem zweitägigen „Trainingsstreik“, der gar weiter bis zu einem Nichtantreten gegen Rapid II gehen hätte können, auf die Situation aufmerksam machten.

Kapitän Marc Farkas über den Status Quo

Warum dieser Schritt erfolgte, erklärte Kapitän Farkas der BVZ: „Nachdem vorwiegend die einheimischen Spieler mehr als sechs Monate keine Zahlungen erhielten und die Unruhe immer größer wurde, nahmen wir uns das als Mannschaft zum Anlass, um darüber zu diskutieren. Letztlich sind wir einstimmig zu dieser Übereinkunft gekommen, die Einheiten am Montag und Dienstag unbesucht zu lassen. Wir wollten auf die angespannte Situation hinweisen und gleichzeitig ein Zeichen setzen.“

Eilig wurde dann am Dienstag ein gemeinsames Treffen mit Vorstand respektive Obmann Michael Leitgeb einberufen, um über diese Thematik zu diskutieren. Farkas weiter: „Beide Parteien legten ihre Sichtweise dar und der Vorstand sagte wiederholt zu, alles zu unternehmen, um die Spieler zumindest teilweise zu befriedigen, wobei die Hoffnungen aufgrund der Erfahrungen nicht groß sind“, so Farkas.

„Wir werden trotz widriger Umstände weiter kämpfen und alles für den Verein geben“
Marc Farkas, Kapitän beim SV Oberwart, über die Einstellung und den herrschenden Kampfgeist innerhalb der Mannschaft


Dieser fand Zustimmung beim Obmann: „Die ganze Situation ist keine einfache und das haben wir ihnen dann beim Gespräch am Dienstag erklärt.“

Ein abgesprungener Hauptsponsor und noch nicht eingegangene Sponsorengelder seien dabei die Hauptgründe für den Engpass. Leitgeb: „Sukzessive kamen zuletzt Sponsorengelder nicht und wir haben ihnen auch kurz nach der Winterpause erklärt, dass generell weniger da sein wird. Wir haben aber nie gesagt, dass sie nichts mehr kriegen werden. Das ist auch klar.“

Nur weil viele den SVO sehr im Herzen tragen, zeigten die Kicker für die „schwierige finanzielle Situation“, wie es Farkas nannte, Verständnis, auch wenn es für Studenten oder Schüler natürlich nicht leicht ist, den Aufwand praktisch zum Nulltarif abzuliefern.

Der „Capitano“ abschließend: „Wir haben uns dann intern noch einmal zusammengesetzt und uns geschworen, alles zu unternehmen, um Oberwart in der Liga zu halten. Wir werden trotz widriger Umstände weiter kämpfen und alles für den SV Oberwart geben. Das war der Tenor und zeigt, was für eine tolle Moral viele der Burschen bei uns haben. Ganz ehrlich: Ich bin stolz, mit solchen Jungs in der Mannschaft zu spielen.“

Zwischen den Stühlen sitzt der Cheftrainer

Natürlich schmeckte dem Obmann das Durchsickern des „Streiks“ nicht, er brachte aber auch dafür Verständnis auf: „Wir können nicht bestreiten, dass sie noch etwas bekommen, aber man hätte es anders lösen können. Wir können es nur gemeinsam schaffen, wenn wir an einem Strang ziehen. Die Situation ist überall anders auch nicht leicht.“

Einen schwierigen Spagat hat derweil Trainer Richard Niederbacher zu bewältigen. Natürlich brachte er Verständnis für seine Burschen auf, hofft aber nun auf Normalität. „Lustig war das Ganze nicht und ich habe es eigentlich auch noch nie so erlebt. Sie haben dann aber beim 0:0 gegen Rapid mehr als nur Charakter gezeigt. Was nun rauskommt, werden wir sehen.“

Schicksalsspiel um den Klassenerhalt

Sportlich geht es am Freitagabend, abermals im Informstadion, gegen Ebreichsdorf weiter und ein Sieg ist fast schon Pflicht. Der Chefcoach: „Eine gute Mannschaft, aber wir werden wieder Vollgas geben und unsere Heimstärke beweisen. Zudem können wir praktisch aus dem Vollen schöpfen.“

Neben der sportlichen Aufgabe, die alleine in den Händen der Kicker liegt, können aber auch die Fans mithelfen, den SV Oberwart zu unterstützen. So findet noch bis zum letzten Heimspiel am 27. Mai gegen Amstetten eine Verlosung statt. Der Hauptpreis dabei ist ein Seat Ibiza. Die Lose kosten 25 Euro und sind noch bei allen Spielern, Funktionären und Freunden des SV Oberwart erhältlich.