Erstellt am 24. Februar 2016, 05:04

von Patrick Bauer und Michael Pekovics

Rätsel um Neubergs Insolvenz: „Alles in Ordnung“. Nach Konkursantrag betreibt man Ursachenforschung. Die Verantwortlichen sind sich sicher: „Der Verein ist top geführt.“

Betreibt Ursachenforschung. Für SV Neuberg-Obmann Martin Konrad ist es unerklärlich, weshalb es zum Konkursantrag gekommen ist: »Wir sind allen offenen Forderungen nachgekommen.« Foto: Bauer/Archiv  |  NOEN, Bauer/Archiv

Die Meldung vom Konkursantrag über den SV Neuberg in der Vorwoche (

und weiter unten) schlug in der burgenländischen Fußballszene ein wie eine Bombe (Obmann Martin Konrad: „Wenn wir die Champions League gewonnen hätten, wäre medial nicht so viel los gewesen.“).

„Für mich ist das alles unerklärlich“

Zur Erinnerung: Die VB Factoring Bank aus Salzburg hatte beim Landesgericht einen Konkursantrag eingebracht, das Insolvenzverfahren konnte „mangels Zahlungsunfähigkeit“ gar nicht erst eröffnet werden, wie auf der Homepage des Justizministeriums nachzulesen ist ( edikte.justiz.gv.at/ ).

SV Neuberg-Boss Martin Konrad konnte in der Vorwoche zunächst nicht gleich erklären, was der Grund dafür sei. Erst nach Recherchen seinerseits kam er der Sache auf den Grund: Laut Konrad gehe es dabei um eine Forderung von knapp 2.200 Euro, die aber schon bezahlt worden seien.

„Für mich ist das alles unerklärlich, wir haben vom Gericht eine Bestätigung bekommen, dass alles erledigt ist. Offenbar ist das aber doch nicht so, auch wenn wir alle offenen Rechnungen bezahlt haben.“

Verein schaltet jetzt Anwaltskanzlei ein

Der SV Neuberg wird nun jedenfalls seinen Anwalt Werner Dax mit dem Fall beschäftigen. Der will sich den Sachverhalt erst genauer anschauen, bevor er sich konkret dazu äußert. Im Gespräch mit der BVZ meinte er aber, dass „ich mir sicher bin, dass die Angelegenheit ohne Probleme aus der Welt zu schaffen ist – und ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.“

Auf den laufenden Spielbetrieb soll der Konkursantrag gegen den Tabellenzwölften der BVZ Burgenlandliga ohnehin keine Auswirkungen haben. „Das ist gar kein Thema, alles läuft super. Natürlich war die Meldung ein Schock, aber wir werden einen Rekurs machen und hoffen, dass alles schnell bereinigt wird“, sagte Coach Andi Konrad und betonte: „Wir stehen besser da als viele andere Klubs, unser Verein ist top geführt. Natürlich wollten die Spieler wissen, was los ist, aber ich habe nicht den Eindruck, dass sie das verunsicherte.“

Tatsächlich sprach Kapitän Peter Lehner im Gespräch mit der BVZ von „vollstem Vertrauen in den Vorstand“: „Im ersten Moment waren wir etwas geschockt, aber nach Rücksprache mit dem Vorstand und den Verantwortlichen sehen wir positiv in die Zukunft.“

Seitens der Spieler habe zuletzt immer alles gepasst, die Zahlungen seien pünktlich erfolgt, Verträge und Zusagen wurden eingehalten: „Wir haben keinen Grund, dem Vorstand nicht zu glauben. Aber als Spieler können wir uns ohnehin nur auf das Sportliche konzentrieren und müssen weiter so konsequent und konzentriert wie zuletzt arbeiten.“

Der Kapitän kann der Causa sogar etwas Positives abgewinnen: „Sportlich wird uns das nicht umwerfen – im Gegenteil: Wir werden gestärkt aus der ganzen Situation hervorgehen.“ Für Obmann Konrad waren die letzten Tage alles andere als „einfach“, wie er bestätigte, aber: „Wir haben unsere Raten immer gezahlt und ich kann alle Zahlungen offenlegen. Wir sind ein top geführter Verein und werden das Ganze aus der Welt schaffen.“