Erstellt am 20. April 2016, 05:04

von Daniel Fenz

Traurig: Spielabsage nach 56 Jahren!. Die Partie zwischen Goberling und Stinatz wurde seitens der Gäste abgesagt. Ein Tiefpunkt in der Klubgeschichte.

Wie geht es weiter? Für Manuel Theiler Almbauer (r.) und Stinatz bleibt die Zukunft ungewiss.  |  NOEN, BVZ

Die teils ruhmreiche Vergangenheit des ASKÖ Stinatz ist um eine bittere, negative Anekdote reicher. Zum ersten Mal in der Klubgeschichte musste ein Kampfmannschaftsspiel abgesagt werden, weil einfach nicht genügend Spieler zur Verfügung standen. Ein Tiefpunkt!

„16 Spieler angerufen, keiner hatte Zeit“

Auskunft über das Dilemma gab Sektionsleiter Viktor Kirisits: „Ich habe 16 Leute angerufen. Einige waren nicht da, sind krank oder verletzt und drei Kicker haben gar nicht abgehoben. Daher mussten wir absagen“, so der geknickte Verantwortliche, der den ASK Goberling am Sonntag um 12.15 Uhr kontaktierte und das „Nichtantreten“ festmachte.

„Kirisits rief mich an und erklärte, dass sie zu wenige Spieler haben würden. Ich musste dann wiederum unsere Kicker anrufen, die sich auf dem Weg befanden und ihnen mitteilen, dass sie umdrehen können.“

Das Spiel wird natürlich mit einem 3:0 für Goberling gewertet, nur wie geht es in Stinatz weiter? Finanzielle Probleme sind beim ehemaligen BVZ Burgenlandligsten kein Geheimnis mehr, aber irgendwie ging es zuletzt immer weiter. Auch weil Funktionäre wie Kirisits den Verein am Leben erhalten.

Was aber passiert, wenn er selbst keine Lust mehr haben sollte, bleibt offen. Der Sektionsleiter dazu: „Teilweise stimmt es schon, dass wir knapp vor einer Auflösung stehen. Man muss aber auch den Charakter der Spieler hinterfragen.“ So stehen nämlich prinzipiell 25 Kicker auf der Kaderliste, die einsatzfähig sein sollten. „Wir werden Gespräche führen. Dabei ist auch der Obmann gefragt, nicht nur ich.“

Fraglich, ob es eine weitere Zukunft gibt

Das Oberhaupt des Vereins, Gerald Koschitz, war für eine Stellungnahme telefonisch nicht erreichbar. Vorerst geht es einmal „normal“ weiter, wie Kirisits der BVZ mitteilte: „Natürlich bestehen, wie bei vielen anderen Klubs auch, Schulden. Diese versuchen wir aber abzustottern. Wir haben bis dato fast alles beglichen, um den Spielbetrieb zu finanzieren und wollen eine Einstellung unbedingt verhindern. Wie und ob uns das gelingt, weiß ich aber nicht.“