Erstellt am 07. Mai 2014, 12:12

von Daniel Fenz

Zuseher soll Spieler geschlagen haben. 1. Klasse Süd / St. Martins Johann Holzmann duellierte sich mit Riedlingsdorfer Gast – Polizisten vor Ort, Anzeige gab es nicht.

Getrennte Wege. Rotenturms Kicker werden nicht mehr von Josef Radosztics betreut. Er sah im Verein keine Perspektiven mehr - Grund genug, vorzeitig Lebewohl zu sagen. Foto: D. Fenz  |  NOEN, D. Fenz
Zu unschönen Szenen soll es am Sonntag beim 2:2 zwischen St. Martin an der Raab und Riedlingsdorf gekommen sein. So soll kurz vor Schluss ein Zuseher der Gäste mit der Faust gegen St. Martins Spieler Johann Holzmann zugeschlagen haben.

„Die Watsch'n ist eine Ehrenbeleidigung“

„Nach so einem Vorfall darf man nicht mehr weiter spielen lassen“, greift St. Martins Trainer Christian Wendler (links im Bild) Schiedsrichter Niculin Fir an.

Beamte des Polizeipostens Jennersdorf waren vor Ort, Anzeige gab es jedoch keine. Postenkommandant Siegfried Jud wurde von seinen Kollegen informiert: „Es ist richtig, dass es einen Vorfall am Sportplatz gegeben hat. Es liegt aber noch keine Verletzungsanzeige vor. Die Watsch'n an sich ist eine Ehrenbeleidigung, die strafrechtlich nicht verfolgt wird. Sie stellt keinen Strafakt dar.“

Riedlingsdorfs Trainer Joachim Schwarz war empört darüber, dass die Sache von St. Martin so aufgebauscht wird. „Eine Frechheit, dass sich alle so aufgespielt haben. Es war eine Rangelei, danach hat sich St. Martins Spieler hingeschmissen. Im Endeffekt war gar nichts. Die Polizisten haben sich das Spiel angesehen, sind dann gemütlich rübergegangen und haben geschaut, ob alles in Ordnung ist. Da kann es nichts geben.“

Referee Fir sah Situation „unter Kontrolle“

Dieser Meinung ist auch sein Obmann Adolf Rehberger: „Ich bin eineinhalb Meter neben diesem Zuseher gestanden. Er fängt den Ball und will ihm einem unserer Spieler geben. Danach wurde dieser Zuseher beschimpft. Da war sonst nichts, das gibt es auf jedem Sportplatz.“ Es steht also Aussage gegen Aussage.

Schiedsrichter Niculin Fir: „Ich habe die Spieler gefragt, ob sie trotz dieser Aktion weiterspielen wollen, sonst hätten wir auch abbrechen können. Für mich war dann alles unter Kontrolle.“ Verloren hat solch eine Aktion am Sportplatz aber dennoch nichts.

Verband wird beide Vereine vorladen

Fir stellte klar: „Ich war schockiert. In Zukunft muss der Ordner genau bei den Gästen stehen, wenn es keine wirkliche Abgrenzung zum Spielfeld gibt. Dann sollten diese Vorfälle nicht mehr passieren.“ Der Unparteiische brachte eine Anzeige beim Burgenländischen Fußballverband ein. BFV-Sekretär Karl Schmidt bestätigte: „Laut dem Schiri hat ein Spieler einen Schlag vom Zuschauer ins Gesicht bekommen.“

Der Verband wird den ASV St. Martin und ASKÖ Riedlingsdorf für die kommende Woche vorladen. Schmidt: „Wir werden auf jeden Fall ein Verfahren einleiten.“