Erstellt am 17. Oktober 2014, 23:16

Chancentod im Schlager. Der SV Mattersburg fand im Spitzenspiel der Runde gegen den LASK zahlreiche gute Gelegenheiten und einen Elfmeter in der Nachspielzeit vor, am Ende setzten sich aber die Linzer im Pappelstadion mit 1:0 durch.

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Hängende Köpfe beim SVM nach dem Schlusspfiff – und das trotz einer an sich sehr starken Leistung. Weil die Burgenländer ihre Möglichkeiten nicht verwerteten, ist nun der LASK neuer Tabellenführer der Sky Go Ersten Liga. Die Linzer stehen nach dem 1:0-Sieg bei 30 Punkten, drei Zähler vor den Burgenländern.

Ausgeglichene erste Hälfte, leichtes Plus für Mattersburg 

Die Gastgeber starteten besser in den Schlager und fanden gleich durch Alex Ibser in Minute vier die Gelegenheit zur raschen Führung vor. Auch Karim Onisiwo konnte die Burgenländer nicht zum Jubeln bringen, er war aus spitzem Winkel zu gierig und schoss Goalie Pavao Pervan (der im Lauf der Partie noch zu einer Schlüsselfigur werden sollte) in die Hände.



In Summe hielten vor der Pause aber beide Defensivblöcke den Gegner gut in Schach, absolute Top-Chancen blieben Mangelware. Beim SVM verzog Röcher aus höchst aussichtsreicher Position, er wurde da aber (zu Unrecht) schon wegen Abseits zurückgepfiffen. Auf der anderen Seite fand Nikola Dovedan die beste Gelegenheit der Oberösterreicher in der ersten Hälfte vor, sein abgefälschter Ball ging aber neben das Tor.
 

Deutlich mehr SVM-Chancen im zweiten Durchgang

Nach Wiederbeginn nahm die Partie dann ordentlich Fahrt auf und wurde zu einem absoluten Schlager -  vor allem, weil der SV Mattersburg das Tempo deutlich weiter erhöhte und das Match an sich riss. Entscheidendes Problem: Die Burgenländer schlugen aus den vielen guten Chancen kein Kapital. Alleine Thorsten Röcher hatte dreimal die Chance auf dem Fuß, einmal zog die Nummer 27 alleine auf das Tor, Schiedsrichter Alexander Harkam sah aber ein Foul von Alex Iber und pfiff die angehende Riesengelegenheit ab. Auch Onisiwo und Ibser blieben nicht erfolgreich, ein Kopfball des eingewechselten Ingo Klemen ging neben das Tor.
 

Der LASK traf zum Sieg, der SVM verhaute im Finish zwei Hochkaräter

Apropos Tor: Das machte der LASK, der seinerseits durch Fabiano (tauchte plötzlich alleine vor Goalie Markus Kuster auf und lupfte den Ball vorbei, Fran Sanchez klärte auf der Linie), Radovan Vujanovic und Nikola Dovedan am gefährlichsten wurde. Minute 76: Dovedan tankte sich auf der linken Seite gegen drei Mattersburger durch, seine flache Hereingabe profitierte von einem Platzfehler - das Runde stieg auf, knallte Lukas Rath an die Brust und von dort ins SVM-Gehäuse – 0:1.

Trotz dieses Rückschlags gaben die Burgenländer aber nicht auf und erkämpften sich so eine furiose Nachspielzeit, die allerdings auch nicht belohnt wurde.

Erst entschied Harkam nach einem Foul von Harun Erbek an Onisiwo auf Elfmeter, der Profi der Oberösterreicher wurde zudem wegen Torraubs ausgeschlossen. Den fälligen Penalty schoss SVM-Legionär Jano, der zwar scharf ins Eck zielte, aber an Pervan scheiterte – mit einer tollen Reaktion fischte der Schlussmann den Ball aus der Ecke. Es war übrigens der dritte vergebene Elfmeter des SV Mattersburg innerhalb von nur zwei Spielen. Bereits beim 2:0-Erfolg in St. Pölten scheiterte Grün-Weiß zweimal.

Und auch in der allerletzten Situation des Hits wollte es nicht sein mit dem Ausgleich. Ausgerechnet Pechvogel Lukas Rath kam nach dem fälligen Eckball am Fünfer zu einer hundertprozentigen Gelegenheit, sein Abschluss war aber nicht effizient genug.

STATISTIK

 SV MATTERSBURG – LASK 0:1 (0:0).- Tor: 0:1 (76.) Rath (Eigentor).
Rot: Erbek (93., Torraub).
Gelb: Kuster (62., Unsportlichkeit); Erbek (25., Foul), Kerschbaumer (61., Unsportlichkeit), Dovedan (62., Unsportlichkeit), Vujanovic (79., Foul), Barry (95., Unsportlichkeit).
SR: Harkam.- Pappelstadion, 5.200.
SVM: Kuster; Fran, Malic, Rath, Novak; Jano, Sprangler (80. Doleschal), Perlak (66. Prietl); Onisiwo, Röcher, Ibser (83. Klemen).
LASK: Pervan; Kerschbaumer, Barry, Hieblinger (12. Neuhold), Erbek; Dovedan, Hinum, Michorl, Drazan (88. Kogler); Fabiano, Vujanovic.
 

STIMMEN ZUM SPIEL 

Mattersburg-Präsident Martin Pucher: „Gerecht ist das nicht. Wir können uns nichts kaufen davon, aber so ist eben Fußball.“
 
Mattersburg-Trainer Ivo Vastic: „Aufgrund der zweiten Hälfte, in der wir überlegen waren, hätten wir uns viel mehr verdient. Einzig die Chancenverwertung hat nicht gepasst. Trotzdem können wir auf der Leistung aufbauen. LASK-Tormann Pervan war heute sensationell und hat sicher den größten Anteil des Siegs.“
 
LASK-Trainer Karl Daxbacher: „Es hat jeder aufgrund der Schlussphase gesehen, dass das ein glücklicher Sieg von uns war. Der Verlauf der Meisterschaft gibt uns jedenfalls jede Menge Auftrieb.“