Erstellt am 13. Februar 2013, 00:00

„Das Bessere für meine Entwicklung“. 1. Klasse Mitte / Der Transfer des Antauers Philipp Schmiedl vom SC Wiesen zum Rekordmeister Rapid Wien ist über der Bühne.

U16-Teamtrainer Rupert Marko holte Offensivmann Philipp Schmiedl (M.) auch in das Nationalteam. Jetzt wechselte der Leihspieler des SC Wiesen (in Diensten der Akademie Burgenland) in die Rapid Akademie.  |  NOEN
Von Alfred Wagentristl

Mit fünf Jahren jagte der wieselflinke Antauer Philipp Schmiedl bereits beim SC Wiesen dem Ball nach, und dass er überdurchschnittliches Talent hatte, war auch damals nicht zu übersehen. Über den Nachwuchsbetrieb des ASK Neufeld landete der Offensivmann beim SK Rapid, wo er von der U11 bis zur U14 bei den „Grünen“ durch seine Torgefährlichkeit in den Blickpunkt rückte. Trotzdem folgte dann der Wechsel in die Akademie Burgenland. „Es war organisatorisch einfach nicht mehr zu bewältigen und ich wollte ihm in diesem Alter diesen Stress auch nicht mehr zumuten“, schildert Mutter Patricia die Situation damals.

Im ersten Anlauf war  der Stress zu groß

Der Tagesablauf in der Akademie in Mattersburg war natürlich entsprechend entspannter und das wirkte sich auch auf die Leistung des heute 15-Jährigen positiv aus. Er durfte sich nicht nur über eine Einberufung ins U16-Nationalteam freuen, sondern rückte auch auch schon ins Blickfeld von U18 Akademietrainer Stefan Fuhrmann. „Ich schnupperte bei einigen Trainingseinheiten und Hallenauftritten bereits rein.“

Jetzt, wo eigentlich der Weg Richtung SVM vorgezeichnet schien, entschloss sich der Stürmer aber zu einer Rückkehr zu Rapid Wien. „Nachwuchschef Carsten Jancker bemühte sich sehr um Philipp, und der Bub ist mittlerweile auch alt genug, um seinen Alltag in der Bundeshauptstadt alleine zu meistern“, erzählt Vater Jürgen, der einst selbst für den SV 7023 Z-S-P erfolgreich auf Torejagd ging. Nun soll also die zweite Chance bei Rapid genutzt werden, um über kurz oder lang im Profifußball Fuß fassen zu können.

Den gleichen Versuch hätte man doch auch über den SV Mattersburg wagen können? „Grundsätzlich natürlich richtig, aber ich fühlte mich nicht mehr richtig wohl. Meiner Meinung nach – und auch nach Meinung meiner Eltern – sind die straffen Zügel in der Rapid-Akademie und die Selbstständigkeit in einem neuen Umfeld besser für meine Entwicklung. Natürlich tut es mir auf der einen Seite leid, weil ich vor dem, was in den letzten zehn Jahren in Matterburg passiert ist, den Hut ziehe und auch die Möglichkeiten in der Akademie Burgenland zu schätzen weiß. Doch ich darf mich nicht für den bequemeren Weg entscheiden, sondern möchte auf meine Entwicklung schauen.“

Interessanter Nachsatz: „Ob es der klügere Weg ist, werden wir erst in ein paar Jahren sehen. Das Bauchgefühl spricht jetzt eher für die Ausbildung in der Rapid Akademie“, so der Neo-Grüne, der vergangene Woche bereits mit dem SCR im Türkei-Trainingslager war.