Erstellt am 06. April 2011, 07:57

Ein Karriere-Ende im Sinne der Gesundheit. SV MATTERSBURG / Ex-Profi Jürgen Mansberger musste die Reißleine ziehen und die Packeln an den Nagel hängen.

Jürgen Mansberger (hier noch an der Seite von Didi Kühbauer) musste seine Karriere als Fußballer beenden.BALDAUF  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Der Fußballplatz, also jener Ort, an dem Jürgen Mansberger eigentlich seinen Beruf ausüben wollte, ist nach wie vor Sperrzone: „Hinzugehen bringe ich noch nicht zusammen.“ Zu bewegt waren die vergangenen Monate, in denen der 23-Jährige Linksfuß seine bislang schwerste Entscheidung seit dem Schlussviertel der Herbstsaison 2010 reifen ließ und diese mittlerweile auch in aller Deutlichkeit von sich gibt: „Ich habe meine Karriere beenden müssen. Im Herbst habe ich in den letzten vier Runden nicht mehr gespielt, mittlerweile ist es klar und nicht mehr zu ändern.“

Rund drei Monate, erzählt Mansberger, habe er gebraucht, um den nötigen Entschluss sickern zu lassen und zu akzeptieren. „Das war ganz schwer. Andererseits hätte es tödlich sein können, weiterzumachen.“ Ein Problem am Herzen hätte Jürgen Mansberger zum Verhängnis werden können, ähnlich wie dem 2010 an einem Herzinfarkt verstorbenen 22-jährigen Kicker Besian Idrizaj. „Nach zwei, drei Wochen Belastung hat das Herz extrem schnell zu schlagen begonnen. Ich war bereits einmal operieren (Anmerkung: im Jahr 2009), nur wäre jetzt noch ein Eingriff nötig gewesen. Das ist mir nach reiflicher Überlegung einfach zu riskant.“ Pläne für seine Zukunft hat er aktuell noch keine, beziehungsweise wollte er auch keine Auskunft darüber geben: „Das ist alles noch offen und in Schwebe.“

Mansberger kam vom SC Sollenau nach Mattersburg, wo er 2007 in den Profikader aufgenommen worden war. Zuletzt kickte der 23-Jährige bei den Amateuren. Raimund Bachhofer, Sportlicher Leiter der SVM-Fohlen: „Die Probleme, die er mit dem Herzen hat, lassen keinen Leistungssport zu, was uns irrsinnig leidtut für ihn und letztendlich auch für uns, weil er ein Führungsspieler war. Aber die Gesundheit geht vor. Ich hoffe für Jürgen, dass er die Geschichte baldigst in den Griff bekommt, und wünsche ihm alles Gute.“