Erstellt am 21. Oktober 2015, 09:40

von Alfred Wagentristl

"Es war ein harter Kampf bis zum Ende". Der ehemalige SV Mattersburg-Kicker und jetzige Triathlet Christoph Fröch war beim Mega-Event in den USA im Einsatz.

Der Mattersburger Christoph »Fröchi« Fröch vom Klub Trim-Team in Steinbrunn belegte in Chicago von 54.000 Läufern den 3.629 Platz.  |  NOEN, zVg

Am Sonntag vor einer Woche fand der weltberühmte Chicago-Marathon statt. Unter den 54.000 Startern befand sich auch ein Mattersburger Athlet. Christoph Fröch (35), einst zukunftsträchtiges Talent in Österreichs Fußballszene, das gemeinsam mit Michael Mörz auch regelmäßig in Österreichs Nachwuchsnationalteams einberufen wurde, erfüllte sich einen Traum. „Ich war schon auf einigen Marathons auf der Welt, doch Chicago fehlte auf der Liste. Deswegen musste es einfach mal sein. Ich freue mich, dieses Abenteuer erlebt haben zu dürfen – es war ein echtes Highlight“, so Fröch nach seiner Heimkehr.

Für die persönliche Bestzeit war es zu warm

Der 35-Jährige bereitete sich im Kreise seines Vereines „TRIm Team Austria“ sehr gut vor und wollte seine persönliche Bestzeit von 3:21,26 Stunden unterbieten. Dieses Vorhaben gelang mit der Zeit von 3:31,34 nicht ganz. „Die Bedingungen waren nicht optimal. Mit 28 Grad war es wärmer als erwartet und viele Kilometer hatte das Läuferfeld Gegenwind. Ich hatte, vermutlich aufgrund des Jetlags, auch nicht meine beste Tagesform. Bereits nach fünf Kilometern wusste ich, dass es hart wird. Und es war dann tatsächlich ein harter Kampf bis zum Ende.“ Ob er auch ans Aufgeben gedacht hat?

„Vermutlich hätte ich bei einem 08/15-Marathon, wie er in Frankfurt oder in Wien über die Bühne geht, aufgegeben, aber dort kam das nicht in Frage. Es ist unfassbar, was die Zuschauer, die über die komplette Laufdistanz begeisternd den Weg säumen, für eine Euphorie mitbringen. Sobald ein Läufer den Eindruck macht am Ende zu sein, läuft ein Zuschauer ein paar Zentimeter neben dir und pusht dich mit ganzem Herzen und voller Lautstärke. Auf die Art habe ich es bis ins Ziel geschafft.“

„Es ist unfassbar, was die Zuschauer, die über die komplette Laufdistanz den Weg säumen, für eine Euphorie mitbringen.“ Christoph Fröch zeigte sich fasziniert von der Kulisse

Die Siegerzeit des Kenianer Dickson Chumba betrug übrigens 2:09,25 Stunden, er sicherte sich damit auch die 100.000 Dollar-Siegesprämie. „Fröchi“ ist seit einem Jahr Mitglied des Steinbrunner Vereins „TRIm Team Austria“, von dem er auch nur Bestes berichtet: „Wir haben 40 Mitglieder und wollen auch nicht mehr wachsen“, wie die Obfrau und ihr Stellvertreter Karin und Patrick Schmidlechner bestätigen. Letzterer freut sich, denn: „Es wird hier Vereinsleben gelebt, jeder profitiert von jedem. Wenn Mitglieder dann auf solchen Top-Events mit dabei sind, ist‘s natürlich genial.“

Nach dem Lauf und kurzer Körperpflege ging es für Fröch übrigens schnurstracks mit dem Flugzeug nach New York. „Mein aus Pöttsching stammender Jugendfreund und Mitspieler Thomas Fekete lebt seit neun Jahren dort. Ich erhielt eine Einladung von ihm, vier Tage bei ihm zu verbringen. Es war einfach nur ein tolles Wiedersehen.“