Erstellt am 18. September 2013, 00:00

„Es war meine beste Weltmeisterschaft“. Im Interview / Grasski-Ass Michael Stocker holte drei Medaillen bei der Weltmeisterschaft in Japan. Im BVZ-Gespräch zieht er Bilanz.

Triple. Das Neudörfler Grasski-Ass Michael Stocker gewann in Japan zwei Bronze- und eine Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft. Foto: privat  |  NOEN, privat

BVZ: Michael, du bist jetzt 30 Jahre alt: Wie stellst du dir deine weitere Karriere vor?
Michael Stocker: Für einen Grasskifahrer ist 30 noch kein Alter. Ich werde auf jeden Fall noch einige Saisonen anhängen.

Dir fehlt noch WM-Gold: Ist das ein Ziel, das du noch unbedingt erreichen willst?
Das ist ein wichtiger Punkt in meiner Karriere. Leider kann man dies nicht einplanen. Die Medaillen werden alle zwei Jahre in einer Woche vergeben. Zu diesem Zeitpunkt muss alles zusammenpassen.

Wie wichtig ist der Gesamtweltcup?
Für mich ist der Gesamtweltcup ein großes Thema zum Abschluss meiner Karriere. 2008 war ich knapp dran. Leider wurde ich damals wegen eines defekten Skis disqualifiziert und der Traum ist geplatzt. Dies würde ich aber gerne nachholen.

„Kleine Formschwankungen können schon einige Plätze kosten“

Welchen Stellenwert haben die drei WM-Medaillen für dich – auch verglichen mit deiner Silbermedaille bei der Heim-Weltmeisterschaft in Rettenbach 2009?
Das jetzt war mit Abstand meine beste WM. Ich hab noch nie drei Medaillen auf einmal gewonnen. Die WM in Rettenbach war natürlich ein anderes Erlebnis. Daheim vor vielen Zusehern, Bekannten und Verwandten eine Medaille zu holen, war bis jetzt das Größte.

Du hattest aber auch immer wieder mit Wellentälern zu kämpfen. Wie hast du dich durchgekämpft?
Leider ist es nicht so einfach, immer auf höchstem Niveau zu fahren. Ganz kleine Formschwankungen können da schon einige Plätze kosten. Diese Saison ist es mir gut gelungen. Ich habe unter der Saison einen Schlussstrich unter den Gesamtweltcup gemacht und mich wirklich nur auf die WM vorbereitet. Es war ein hohes Risiko, das sich ausgezahlt hat.

Wie waren deine Eindrücke von der WM in Japan?
Die WM hätte überall auf der Welt sein können, denn wir hatten keine Zeit das Land zu besichtigen. Es war aber alles sehr gut aufgezogen, die Leute waren sehr freundlich und haben alles für uns getan. Die japanische Prinzessin war am letzten Tag anwesend – der Stellenwert des Grasskisports in Japan ist schon sehr hoch.

Interview: Michael Weller