Erstellt am 23. Januar 2013, 00:00

„Habe Kraft und Willen“. Interview / Der Baumgartener Unfallchirurg und Sportarzt Martin Ivanschitz sprach über seine zahlreichen Tätigkeiten und gibt wichtige Tipps zur Verletzungsvorbeugung.

Martin Ivanschitz (r.) ist ein gefragter Mann. Durch optimales Zeitmanagement versucht der Unfallchirurg und Sportarzt seine zahlreichen beruflichen Tätigkeiten und Familie unter einen Hut zu bringen. Seinen Bruder Andi (l.), der in der Deutschen Bundesliga kickt, sieht er leider zu selten.  |  NOEN

BVZ: Sie sind medizinisch an mehreren Standorten aktiv. Was genau machen sie derzeit?

Martin Ivanschitz: Neben meiner Tätigkeit im Ärzte-Team des SV Mattersburg bin ich auch in den Krankenhäsuern Eisenstadt sowie Frauenkirchen tätig und betreibe eine Sportarztpraxis im VIVA Landessportzentrum in Steinbrunn.

Wie lässt sich das alles vereinbaren?

Ivanschitz: Zurzeit ist alles noch gut zu vereinbaren und ich habe die Kraft und den Willen alles zu schaffen. Außerdem habe ich mit meinen Kollegen einen Monatsplan, in dem die Termine gemanagt werden.

Bleibt dabei noch viel Zeit für die Familie?

Ivanschitz: Ohne die Unterstützung und Hilfe meiner Frau und der ganzen Familie wäre das natürlich nicht möglich. Damals als aktiver Fußballer und jetzt in meinem Beruf als Arzt bin ich an vielen Wochenenden nicht zu Hause oder auf Reisen. Das erfordert natürlich viel Verständnis, wofür ich mich recht herzlich bedanken möchte.

Wie läuft Ihre Sportarztpraxis und was erwartet die Sportler, wenn sie zu Ihnen kommen und sich behandeln lassen?

Ivanschitz: Mit der Entwicklung der Praxis bin ich sehr zufrieden. Die Sportler nehmen das Angebot an und es erwarten sie von der Diagnose bis hin zur Physiotherapie ideale Bedingungen.

Welche Tipps geben Sie Sportlern zur Verletzungsvorbeugung?

Ivanschitz: Neben dem Training vergessen die meisten Sportler, dass die Zeit der Regeneration zwischen den Trainings mindestens genauso wichtig ist. Dabei soll die freie Zeit genutzt und dem Körper Ruhe gegeben werden. Richtige Ernährung und ausreichend Schlaf sind die Eckpfeiler.

Vermissen Sie die aktive Zeit als Fußballer?

Ivanschitz: Die ersten Jahre nach dem Karriereende waren sehr schwer, aber der direkte Kontakt mit dem Fußball als Arzt hat mir darüber hinweg geholfen.

Verfolgen Sie die Entwicklung Ihres Heimatvereines Baumgarten?

Ivanschitz: Dem ASK Baumgarten geht es wie auch allen anderen Vereinen im Burgenland. Die Geburtenzahlen gehen zurück und mit eigenen Nachwuchsspielern kann man keine Kampfmannschaft mehr stellen. Der Verein ist sehr bemüht und seit den 1970er Jahren immer in der Burgenlandliga oder höher zu spielen, zollt meinen tiefsten Respekt.

Was war Ihre schönste Zeit als aktiver Fußballer?

Ivanschitz: Die Meistertitel mit Baumgarten sowie die erfolgreichen Jahre in der Regionalliga Ost mit insgesamt drei zweiten Plätzen waren absolut top. Weitere Highlights waren natürlich die Erste Liga-Saison mit Mattersburg und der dritte Platz beim Wiener Stadthallenturnier, bei dem ich gegen meinen Bruder Andi spielen durfte.

Ihr Bruder Andi ist beim FSV Mainz 05 sehr erfolgreich. Wie oft sehen Sie sich?

Ivanschitz: Leider sehen wir uns viel zu wenig. Wir telefonieren ein Mal pro Woche und wenn es irgendwie möglich, fahre ich mit der Familie nach Deutschland.

Wie sehen Sie die Entwicklung des SV Mattersburg?

Ivanschitz: Der Verein hat in den letzten Jahren einen stetigen Aufwärtstrend gesetzt. Die Infrastruktur mit Akademie und den vielen jungen Spieler, die jetzt im Kader stehen, zeigen das. Der Verein ist sportlich und wirtschaftlich gesund. Das können nicht viele Klubs in Österreich von sich behaupten.

Interview: Manuel Takacs