Erstellt am 13. November 2010, 20:57

Mattersburg - Rapid - Wiener enttäuschten beim 2:2. Enttäuschende Vorstellung von Rapid in Mattersburg, wobei es für die Wiener gegen neun Mann durch ein Tor des eingewechselten Nuhiu in der 92. Minute gerade noch zu einem 2:2 reichte. Bürger hatte die Burgenländer mit zwei Kopftoren zum 1:0 (30.) und 2:1 (79.) zwei Mal in Führung geschossen, Pehlivan das vorübergehende 1:1 (47.) erzielt.

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Durch diesen unerwarteten Punktverlust vergrößerte sich der Rückstand des "Titelanwärters" auf Spitzenreiter Ried bereits auf zehn Punkte. Immerhin sind die Hütteldorfer bei allerdings fünf Remis nun schon sieben Runden ungeschlagen.

Rapid dominierte zwar das Match, agierte aber vor dem gegnerischen Tor ohne Nachdruck, dafür einfallslos und kam daher auch nur zu wenigen seriösen Chancen. Die Mattersburger waren hingegen bei ihren seltenen Kontern nicht ungefährlich und kamen nach zwei Standards zu ihren Treffern. Beim 1:0 verwertete Bürger den Freistoßball von Seidl, beim zweiten köpfelte er nach einem Outeinwurf und der folgenden Flanke von Höller, von der Rapid-Abwehr völlig unbeachtet, das Führungstor.

Rapid, in der Anfangsphase nur durch zwei schwache Schüsse von Saurer aus guter Distanz in der Nähe eines Treffers, kam unmittelbar nach Wiederanpfiff zum ersten Ausgleich. Kavlak spielte einen Freistoß zu Soma, der ideal den freien Pehlivan bediente, und dieser ließ bei seinem insgesamt dritten Liga-Tor mit einem Flachschuss Borenitsch keine Chance.

Zwei Minuten später flog Pöllhuber nach einem weiteren Foul an Kavlak mit Gelb-Rot vom Platz (49.), Rapid kam ab er auch gegen zehn Mann kaum zu Chancen. Erwähnenswert nur ein Schuss von Gartler (Borenitsch parierte/58.). Nach dem 2:1 jubelte der Doppelpack-Torschütze dem Referee Eisner zu übertrieben und musste mit der zweiten Gelben und damit Rot ebenfalls vom Platz.

Schließlich fiel dann doch noch der Ausgleich, den Nuhiu nach Stanglpass des ebenfalls eingewechselten Trimmel verwertete, womit die Wiener nach vier Siegen in Folge gegen die Mattersburger wenigstens ungeschlagen blieben. Übrigens: Beim bisher letzten (2:1)-Heimsieg der Burgenländer gegen Rapid am 26. Juli 2009 hatten die Wiener das Match mit neun Mann beendet.

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Wir hatten keinen fairen Schiedsrichter. Mir hat sogar ein Verantwortlicher der Rapidler bestätigt, dass für sie ohne Schiedsrichter nichts zu holen gewesen wäre. Dass wir nicht gewonnen haben, war nicht allein unsere Schuld. Bürgers zweites Tor war Weltklasse, dann ist er leider für seine Emotion bestraft worden. Da wurde mit zweierlei Maß gemessen. Meine Mannschaft hat heute nichts Falsches gemacht, sie hat gegeben, was sie geben konnte. Wir haben mit acht Feldspielern gegen das übermächtige Rapid einen Punkt gemacht, leider ist Bürger im nächsten Spiel gesperrt."

Peter Pacult (Rapid-Trainer): "Das waren zwei verlorene Punkte. Mit dem Punkt bin ich daher nicht zufrieden. Es war viel mehr möglich, als rausgekommen ist. Wir waren mehr im Ballbesitz, kamen aber vor der Pause nie richtig zum Abschluss und nicht zu einer zwingenden Chance. Ärgerlich aber, wie wir die beiden Tore bekommen haben. Beim 1:2 nach dem Outeinwurf waren wir in Überzahl, standen aber zu weit vom Mann und ließen Bürger völlig allein, da war ich wirklich fuchsteufelswild. Die Mattersburger sind hinten aber auch sehr solide, zweikampfstark und robust."

Zu "Pacult raus"-Transparenten: "Ich habe nach wie vor breite Schultern."

Athde Nuhiu (Rapid-Torschütze zum 2:2): "Wir hätten gewinnen müssen. Ein Punkt ist eindeutig zu wenig. Die Mattersburger haben zweimal aufs Tor geschossen und es waren zwei Tore."
 

Martin Pucher (Mattersburg-Präsident): "Ich bin seit 22 Jahren Funktionär und habe Positives und Negatives erlebt. Aber so etwas wie heute noch nie. Dass ein Spieler sein 2:1 bei numerischer Unterlegenheit voll Emotion überschwänglich feiert, ist das Natürlichste auf der Welt, ihn mit Gelb-Rot auszuschließen völlig unverständlich, auch wenn es regeltechnisch richtig sein mag. Ich bin seit 50 Jahren Rapid-Fan, aber so etwas wäre im Hanappi-Stadion undenkbar. Es wurde auch mit zweierlei Maß gemessen, so hätte z.B. Heikkinen, der schon mit Gelb verwarnt war, nach drei weiteren Fouls ausgeschlossen gehört. Uns hat man heute jedenfalls zwei Punkte gestohlen."

Patrick Bürger: "Ich kenne so eine Regel nicht, das war eine Frechheit. Ich war nach meinem zweiten Tor vor 10.000 Zuschauern und gegen Rapid voll Emotionen, das muss doch verständlich sein."