Erstellt am 24. September 2016, 20:39

von Bernhard Fenz

Remis der ganz bitteren Sorte. Die Partie der neunten Fußball-Bundesliga-Runde zwischen dem SV Mattersburg und der SV Ried hat am Samstag mit einem 1:1 (0:0) geendet.

Ein wunderbarer Weitschuss von Mario Grgic brachte den SV Mattersburg gegen Ried in Minute 82 auf die Siegerstraße, am Ende reichte es aber doch nicht zu den drei Punkten – weil die Oberösterreicher in der Nachspielzeit per Foulelfmeter noch ausglichen, endete das Spiel mit 1:1.

Eine grün-weiße Neuigkeit gab es bereits vor dem Anpfiff. In der Startaufstellung der Mattersburger fand sich erstmal Barnabas Varga wieder – an sich im Sommer von BVZ Burgenlandliga-Meister Eberau erst einmal für die Amateure verpflichtet, aber klarerweise mit viel Perspektive ausgestattet. Dass er nun in der Tipico Bundesliga gegen die Oberösterreicher erstmals im Kader der Profis und zudem gleich von Beginn weg dabei war, überraschte dann doch.

Andererseits galt es offensichtlich, in dieser so wichtigen Partie neue Impulse zu setzen. Zudem durfte sich Fran Sanchez in der aktuellen Saison ebenfalls erstmals über einen Bundesliga-Einsatz freuen, er stand auch in der Startformation.

Beide zeigten sich auch von Beginn weg bemüht, ihren Teil beizutragen, das große Ganze beim SVM konnten sie allerdings auch nicht nachhaltig beeinflussen. Das große Ganze: Das war speziell vor der Pause eine deutlich verunsicherte Mannschaft der Heimischen. Die ÖFB-Cup-Pleite im Elferschießen unter der Woche beim SV Lafnitz trug definitiv nicht zur Entspannung bei, eine Selbstvertrauensspritze sieht anders aus.

Trotzdem hatte die Mannschaft von Ivo Vastic gegen die äußerst harmlosen Rieder von Beginn weg die besseren Gelegenheiten. Alois Höller traf aber zweimal aus guter Position per Kopf nicht das Tor, ein Schuss von Fran Sanchez ging über das Gehäuse.

Erhöhter grün-weißer Druck nach Wiederbeginn

In der zweiten Halbzeit wollte es Mattersburg dann tatsächlich wissen und erinnerte in den Bemühungen ansatzweise an wirklich bessere Zeiten. Da wurde der Gegner phasenweise in der eigenen Hälfte eingeschnürt, auch wenn diese Überlegenheit nicht immer auch zwingende Chancen nach sich zog. Immer wieder war ein Rieder Bein oder Kopf dazwischen, bevor es ganz brenzlig wurde. Freilich gab es sie trotzdem, die guten Gelegenheiten der Burgenländer. Einmal zirkelte Fran den Ball über das Tor von Goalie Thomas Gebauer, ein anderes Mal brachte Patrick Bürger einen Freistoß von Jano aufs Tor – Gebauer war aber zur Stelle und es blieb beim 0:0.

Wie die Faust aufs Auge hätte da die allererste brandgefährliche Aktion der Oberösterreicher gepasst, die im Konter auf einmal in einer Überzahl vor das Tor kamen. Thomas Fröschl setzte einen Stangler aber deutlich neben das Tor.

In dieser Phase kamen die Innviertler dann über Gegenstöße zu zwei weiteren guten Möglichkeiten. Einmal konnte Frösch einen Ball nach einer Flanke aber nicht bändigen, danach prüfte Mathias Honsak SVM-Schlussmann Markus Kuster mit einem zentralen Schuss.

Erst die späte Führung, dann der Last-Minute-Ausgleich

Und als die Partie schon bedenklich nah in Richtung Nullnummer, kam sie erst einmal, die Aktion, auf die alle SVM-Fans gehofft hatten. Florian Templ spielte auf Barnabas Varga, der legte ab und Mario Grgic traf flach mit links genau ins Eck – ein toller Treffer zur verdienten  SVM-Führung und eine Aktion der Wechselspieler: Sowohl Templ, als auch der Torschütze Grgic kamen nach Wiederbeginn in die Partie.

Und am Ende gab es trotzdem nicht den zweiten Saisonerfolg für Grün-Weiß nach dem 3:1 gegen den WAC zu feiern. 90. Minute: Peter Zulj ging im Strafraum an Alois Höller vorbei und zu Fall, Referee Alexander Harkam entschied auf Elfmeter – und Zulj selbst traf trocken zum Ausgleich ins Netz.

Ein bitterer Punkteverlust für den SV Mattersburg, dem durch Templ Sekunden vor dem Abpfiff bei einem Distanzschuss beinahe noch der Siegestreffer gelang. Es sollte aber beim 1:1 bleiben.

Weiter geht es am kommenden Samstag mit der Auswärtspartie bei der Admira.

 

STATISTIK

 

MATTERSBURG – RIED 1:1 (0:0).- Torfolge: 1:0 (83.) Grgic, 1:1 (91.) Zulj (Foulelfer).

Gelb: Rath (41., Foul), Höller (57., Foul), Perlak (67., Foul), Farkas (67., Kritik), Templ (88., Foul); Ademi (49., Foul), Özdemir (57., Unsportlichkeit), Chessa (58., Foul), Zulj (82., Unsportlichkeit).

SR: Harkam.- Pappelstadion, 1.900.

Mattersburg: Kuster; Höller, Mahrer, Rath, Farkas; Jano, Fran Sanchez (66. Templ); Röcher (85. Sprangler), Perlak (70. Grgic), Varga; Bürger.

Ried: Gebauer; Hart, Reifeltshammer, Özdemir, Chessa; Ziegl (23. Brandner), Zulj; Walch, Elsneg (72. Prada), Honsak; Ademi (62. Fröschl).

Stimmen zum Spiel

SVM-Präsident Martin Pucher: „Die kämpferische Leistung nach der Pause macht Zuversicht. Trotzdem: Gescheit war es nicht, wie sich die Mannschaft nach der Führung verhalten  hat. Wenn du in der 83. Minute das 1:0 erzielst, musst du den Sieg einfach nach Hause spielen.“

Thorsten Röcher: „Es war sinnbildlich für unsere letzten Heimspiele. Wir haben die Partie dominiert und ich weiß nicht, was wir verbrochen haben: Wir werden eindfach nicht dafür belohnt. Trotzdem glauben wir weiter an uns und fahren zur Admira, um dort etwas mitzunehmen.“

Barnabas Varga: „Auf der einen Seite bin ich glücklich, dass ich mein Bundesliga-Debüt absolviert habe, auf der anderen Seite ist der Spielausgang sehr sehr ärgerlich.“

Alois Höller: „Zulj sucht den Kontakt und läuft in mich rein. Noch dazu greift er  sich auf den Kopf, da hat es gar keinen Kontakt gegeben. Für mich klar kein Elfer. Das ist extrem bitter. Wir hätten uns den Sieg verdient gehabt.“

Trainer Ivo Vastic: „Zu Beginn hat man noch die Verunsicherung aus dem Cup gespürt, mit Fortdauer der Partie sind wir aber besser ins Spiel gekommen, in der zweiten Halbzeit waren wir weiter am Drücker. Das Tor war ein super Schuss, der Elfer aus meiner Sicht keiner. Da habe ich eher einen Elfer vorher an Thorsten Röcher gesehen. Bitter, dass wir schon die zweite Woche hintereinander durch Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt sind. In unserer Situation sind solche Entscheidungen einfach schwierig zu verarbeiten. Heute hätten wir dieses Erfolgserlebnis gebracht.“

Ried-Trainer Christian Benbennek: „Wir freuen uns über den schmeichelhaften Punkt - und dass wir seit vier Spielen ungeschlagen sind.“