Erstellt am 26. Mai 2013, 17:57

Mattersburg steigt nach zehn Jahren ab. Mattersburg ist nach zehn Jahren aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen.

APA12919768 - 26052013 - MATTERSBURG - …STERREICH: v.l. Alois Hoeller (Mattersburg) und Stephan Palla (Admira) während der Tipp3- Bundesliga - Begegnung zwischen SV Mattersburg und FC Admira Wacker Mödling am Sonntag, 26. Mai 2013, in Mattersburg. APA-FOTO: HANS PUNZ  |  NOEN, HANS PUNZ (APA)
Mattersburg muss nach zehn Jahren aus der Fußball-Bundesliga absteigen. Die Burgenländer verloren in der 36. und letzten Runde ihr Heimspiel gegen die Admira 0:1 (0:0) und wurden damit von den am Ende punktegleichen Niederösterreichern in die Erste Liga geschickt, weil auch die anderen beiden in Abstiegsgefahr befindlichen Clubs ihre Matches gewannen: Innsbruck siegte beim WAC nach 0:2-Rückstand noch 3:2 (0:1), und Wiener Neustadt triumphierte in Graz 3:0 (1:0). Das Goldtor für die Gäste erzielte Daniel Segovia in der 72. Minute.


Die Admira begann überaus engagiert und hatte bereits nach 49 Sekunden eine Großchance durch Ouedraogo, der an Schlussmann Borenitsch scheiterte. Die Mattersburger brauchten dagegen eine knappe Viertelstunde, um ins Spiel zu finden, und hätten eigentlich kurz vor der Pause 1:0 in Führung gehen müssen: Doch nach Röcher-Zuspiel agierte Naumoski wieder einmal zu lässig, wodurch ihm Admira-Tormann Tischler den Ball vom Fuß nehmen konnte (44.).

Nach dem Wechsel kamen die Gäste erneut topmotiviert aus der Kabine, doch die erste Topchance hatte diesmal Mattersburg-Stürmer Bürger, der ebenfalls in Tischler seinen Meister fand (54.). Auf der Gegenseite köpfelte Schösswendter aus kurzer Distanz knapp über die Latte (68.). Doch vier Minuten später war der Bann gebrochen: Ouedraogo scheiterte zwar zunächst erneut an Borenitsch, doch Sturmkollege Segovia jagte den Abpraller in die Maschen. Mit seinem dritten Saisontor avancierte der Spanier drei Tage nach seinem 28. Geburtstag zum Admira-Retter.

Allerdings hatten die Niederösterreicher noch bange Momente zu überstehen. Denn nicht einmal zwei Minuten nach der Führung wäre beinahe der Ausgleich gefallen, als ein Bürger-Schuss nur wenige Zentimeter am langen Eck vorbeizischte. Es war der Beginn einer Schlussoffensive der Mattersburger, die aber nichts einbrachte, da auch die Schüsse von Klemen (87.) und Röcher (89.) ihre Ziele verfehlten. Auf der Gegenseite verhinderte Borenitsch in der Nachspielzeit einen weiteren Gegentreffer durch Jezek (92.).

Die Admira feierte nach dem Schlusspfiff ausgelassen den Klassenerhalt, während bei den Mattersburgern Fassungslosigkeit herrschte. Ausgerechnet gegen den Club von Mattersburg-Spieler-Ikone Dietmar Kühbauer setzte es zum Abschluss eine Niederlage, die den Rückfall von Rang sieben auf zehn und den Gang in die Zweitklassigkeit bedeutete.

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Lederer: "Der schlimmste Moment"

Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Wahnsinn! Wir waren vor dem Spiel Siebenter, mit so einem Ausgang hat keiner gerechnet. Wir haben genügend Torchancen gehabt, um das Spiel zu entscheiden. Es ist der schlimmste Moment, den man sich vorstellen kann. Wir haben es bis zur letzten Minute in der Hand gehabt."

Auf die Frage, ob es einen Plan für die Erste Liga gebe, lautete Lederers Antwort: "Das geht jetzt nicht, das kann und will ich nicht beantworten. Meine Mannschaft ist eine tolle Truppe, es hat halt so sein wollen. So ein Ausgang war heute nicht zu erwarten. Den Gemütszustand von mir und meiner Mannschaft kann ich nicht erklären. Mattersburg hat es sich immer verdient in der Bundesliga zu spielen."

Dietmar Kühbauer (Admira-Trainer): "Ich freue mich riesig für meine Mannschaft, aber Mattersburg tut mir leid. Schade, dass die anderen Mannschaften der Bundesliga nicht die Courage bis zum Schluss gezeigt haben. Es ist schon ein bisschen Wehmut dabei. Das Tor von Segovia war ein enorm wichtiges Tor für den Club. Die Mannschaft macht mich stolz, da wir es heute geschafft haben."

SVM-Obmann Martin Pucher musste sich nach dem Match erst einmal sammeln. "Ich habe den Abstieg noch nicht ganz realisiert", erklärte der ehemalige Bundesliga-Präsident in einem Interview mit dem Bezahl-TV-Sender "Sky" und verwies auf die gesunde wirtschaftliche Situation des Vereins. "Für uns ist das nicht der große Weltuntergang, auch wenn es heute so ausschaut, aber wir werden uns wieder fangen. Der sofortige Wiederaufstieg ist viel schwerer, als man glaubt. Wir müssen uns jetzt sammeln und für die neuen Saison hoffentlich die richtigen Schlüsse ziehen."