Erstellt am 20. Juli 2011, 00:00

Meisterlich entlassen. TRAINERWECHSEL / Im Juli wurde Manfred Köck mit Mattersburgs U16 noch Landesmeister. Jetzt ist er diesen Job los.

Fußballnarr. Manfred Köck ist mit Leib und Seele Jugendtrainer. Auch Mattersburgs Youngster Michael Stöger lernte bei ihm die ersten Fußballtricks und -finten.ALFRED WAGENTRISTL  |  NOEN
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VON MARTIN PLATTENSTEINER

Manfred Köck ist das, was man als Fußball-Tausendsassa beschreiben kann. Sein Leben dreht sich nur um die runde Kugel. Als Aktiver konnte er nie genug Tore erzielen, später sammelte er sowohl im Erwachsenen- als auch im Jugendsport zahlreiche Titel den letzten davon Ende Juli. Köck führte die Mattersburger U16-Mannschaft zum Landesmeistertitel. Verwunderlich daher der Umstand, dass er vom Verein nun vor die Türe gesetzt wurde. Ich passe nämlich besser zu den Erwachsenen, wiederholt Köck die Begründung von Jugendleiter Hannes Reisner. Seine Absetzung hat aber sicher tiefere Gründe. Köck gilt in der Branche als Mann, der sich nicht verbiegen lässt. Vom Stil her steht er irgendwo zwischen Pacult und Magath. Ich habe in Mattersburg immer wieder angesprochen, wenn etwas nicht im Lot war, meint Köck im Nachhinein. Das wurde mir sicherlich zum Verhängnis, da es einigen Leuten in der Führungsetage nicht gepasst hat.

Stets große Loyalität  zu meinem Arbeitgeber

Im Laufe der letzten U16-Meisterschaft verzichtete Köck immer wieder auf den möglichen Einsatz einiger Akademie-Kicker. Wer nicht zum Training kommt, spielt bei mir auch nicht, so Köcks Devise. Immerhin schaffte er mit diesem Stil den burgenländischen Meistertitel. Nachhaken will Köck auf keinen Fall. Dafür ist der Respekt vor meinem Arbeitgeber zu groß, erläutert der Coach seine Grundeinstellung. Die vier Jahre in Mattersburg waren in Summe eine tolle Zeit.

Kritik übt er jedoch an der Fußballakademie. Wir haben zwar ein gutes, aber kein sehr gutes Trainerteam. Seines Erachtens nach wäre aus den Talenten deutlich mehr herauszuholen. Der Trainingsalltag in der Akademie verlaufe nach Köck schablonenhaft.

Der Zeitpunkt der Entlassung dürfte für den Fußballfreak heikel sein, denn während der Vorbereitung sind freie Trainerposten rar.