Erstellt am 22. Februar 2012, 00:00

„Schicksal meinte es gut“. UNSERE KICKER PRIVAT / Der Denker und Lenker des ASV Draßburg, Andy Walzer, ist seit wenigen Monaten mit ganzem Herzen bei der Bewag in Eisenstadt beschäftigt.

…ist in der Bewag beschäftigt. Auch mit seiner Lebensgefährtin Ines Klawatsch und deren Sohn Jan ist Fußball natürlich Thema.WA  |  NOEN
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VON ALFRED WAGENTRISTL

Als der wieselflinke, fußballverrückte Andreas im Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern von Wien nach Oslip zog, war der sportliche Weg endgültig vorgezeichnet. Das neue Haus der Walzers liegt nämlich unmittelbar neben dem Osliper Sportplatz. „Ich war eigentlich mehr am Sportplatz als zu Hause“, lacht der fast 25-Jährige heute, wenn er an seine Kindheit zurückdenkt.

Da sich bald herausstellte, dass er zweifellos zu Österreichs außergewöhnlichen Talenten zählt, war es kein Problem, ihn in der damals niegelnagelneuen Fußball-Akademie von Frank Stronach unterzubringen. Nach der Akademie in Hollabrunn, dem Engagement beim damaligen Erste-Liga-Klub SC/ESV Parndorf und einer halbjährigen, vereinslosen Zeit, heuerte der Kreativspieler beim SV Schattendorf an. „Ich wollte mich in erster Linie fit halten, weil für mich zu der Zeit ausschließlich der Beruf Profi-Fußballer das Ziel war.“

In Schattendorf fand der  Kicker seine große Liebe

„Sportlich war es zwar nicht die größte Herausforderung, aber im Nachhinein bin ich sehr froh über die damalige Entscheidung. Das Schicksal hat es gut mit mir gemeint und ich lernte mit Ines in Schattendorf meine große Liebe kennen.“ Ines Klawatsch und deren vierjähriger Sohn Jan bestimmen mittlerweile auch einen großen Teil von Walzers Freizeit. „Obwohl ich die Möglichkeit hatte, nach einem halben Jahr SV Schattendorf-Kaderzugehörigkeit beim SV Horn als Profi zu arbeiten, hat sich jetzt mein Tagesablauf eindeutig zum Besseren verändert. Ich spiele jetzt zwar ’nur’ in der BVZ Burgenlandliga beim ASV Draßburg, bin aber befristet bei der Bewag als Buchhalter beschäftigt. Das Arbeitsklima ist Weltklasse und mein Arbeitsbereich derart interessant, dass mittlerweile im Zweifelsfall auch der Fußball zurückstecken muss.“

Im Normalfall nützt Walzer die Möglichkeit der Gleitzeit voll aus. „Ich fange üblicherweise ein wenig später zu arbeiten an und bleibe etwas länger, weil ich so direkt zu unseren Trainingseinheiten fahren kann. Glücklicherweise kümmert man sich beim ASV Draßburg mittlerweile um unsere Sportutensilient, das erleichtert den Ablauf. Anstatt neun Einheiten die Woche, wie es als Profi der Fall war, sind es jetzt nur vier.“

Nach dem Training geht es dann nach Schattendorf zu Ines und Jan, wo Walzer es genießt ’Familie zu leben‘: „Der 38,5-Stundenjob bei der Bewag und die Trainings taugen mir zwar extrem, doch in Summe ist es sehr zeitintensiv. Da bin ich natürlich dankbar, dass ich bei Ines und Jan ein wenig relaxen und Kraft tanken kann.“ Den Traum von der großen Fußballwelt hat Walzer so gut wie abgehakt. „Die Zukunft wird anders aussehen: Mittlerweile ist es unrealistisch, noch an eine Profikarriere zu glauben. Ich versuche in meinem Job Vollgas zu geben und auch mein Wunsch nach Nachwuchs wird definitiv größer.“