Erstellt am 03. Oktober 2014, 21:05

von Bernhard Fenz

Mattersburg bereit für den Hit gegen den LASK. Der SVM gewann in St. Pölten mit 2:0. Während die Niederösterreicher noch tiefer in die sportliche Krise schlittern, sind die Burgenländer für das nächste Highlight bereit: In der nächsten Runde kommt der punktegleiche Leader LASK ins Pappelstadion.

 |  NOEN
Die Linzer siegten gegen Austria Lustenau mit 3:1 und halten somit ebenfalls wie der SV Mattersburg bei 27 Zählern. Aufgrund des besseren Torverhältnisses (25:10 gegenüber 22:10) sind die Burgenländer aber hauchdünn vorne – nach der Länderspielpause kommt es am 17. Oktober zum großen Showdown im Pappelstadion.
„Jetzt freuen wir uns aber einmal über diesen Sieg“, stellte Trainer Ivo Vastic unmittelbar nach dem Schlusspfiff trotzdem klar, als er bereits mit dem kommenden Schlager konfrontiert wurde. Kein Wunder, es war unterm Strich ein hartes Stück Arbeit, bis die drei Punkte in trockenen Tüchern waren.

Zwei Elfer, zweimal vergeben, trotzdem ein Treffer …

Zum Spiel: Verunsicherung pur regierte bei den Platzherren, die zunächst auf das 4-2-3-1 von der LASK-Partie setzten. Leader Mattersburg übernahm bald das Kommando, ohne aber klare Chancen herauszuspielen. Gerade als die Wölfe ihren Biss langsam fanden, kassierten sie den ersten Tiefschlag: Thorsten Röcher schickte Sven Sprangler ins Loch, Tomasz Wisio klärte zur Ecke.

Und aus dieser resultierte das 0:1. Bei einem Zweikampf zwischen Dominik Hofbauer und  dem aufgerückten Lukas Rath entschied Schiri Ciochirca durchaus vertretbar auf Penalty. Karim Onisowo trat an, versuchte den Ball im rechten Eck zu platzieren – doch Christoph Riegler war zur Stelle, parierte den Ball. Im Nachsetzen war Alex Ibser schneller als sein Bewacher, stellte auf 0:1 (18.).



Die Burgenländer ließen die Gäste kommen, die wenigen SKN-Chancen (Wisio-Kopfball, 22. und eine abgerissene Gluhakovic-Flanke, 34.,) fielen in die Rubrik harmlos. Zur Pause reagierte Trainer Herbert Gager. Daniel Segovia musste vorne nicht mehr alleine auf weiter Flur agieren, bekam mit Jannick Schibany einen Sturmpartner. Doch los ging’s mit Mattersburger Offensiv-Power. Röcher und Ibser verstolperten gleich nach Wiederanpfiff im Doppelpack (46.).

Vier Minuten später scheiterte Ibser mit einem Drehschuss im Strafraum. Bei der ersten SKN-Aktion blieb Bernhard Luxbacher an Novak hängen, praktisch im Gegenzug konnte sich Wisio nur mit einem Foul an Ibser helfen. Zum zweiten Mal in der Partie zeigte Schiri Ciochirca auf den Elfmeterpunkt. Und abermals erriet Riegler das Eck, entschärfte den Malic-Penalty (57.). Eine Minute später hatte Jano das 0:2 am Fuß, schoss auf der Linie zwei St. Pöltner an.

St. Pölten kam auf, Mattersburg machte das Tor

Doch plötzlich witterten die bislang so ratlos agierenden Landeshauptstädter ihre Chance. Bernhard Luxbacher tankte sich durch, zog in den Strafraum und verpasste das lange Eck ganz knapp (60.). Kurz darauf schickte Kerschbacher Schibany auf rechts, der junge Stürmer bugsierte das Leder am Pfosten vorbei (64.).

Bei einem „Bodycheck“ an Hofbauer ließ der Referee weiterspielen und ignorierte die Elfmeter fordernden Gastgeber.  (66.). Und vier Minuten später folgte die nächste SKN-Großchance: Segovia sah auf rechts Luxbacher, der ideal in die Mitte flankte. Dort köpfelte Kerschbaumer freistehend aus acht Metern über die Querlatte.

Die „Strafe“ folgte auf den Fuß:  Mattersburg-Joker Manuel Prietl bekam den Ball von den St. Pöltnern beim Herausspielen serviert, Karim Onisowo zog alleine auf Riegler und hämmerte den Ball ins kurze Kreuzeck (77.).

Nun mussten die Landeshauptstädter noch mehr aufmachen, Mattersburg hatte die Entscheidung am Fuß. Alexander Ibser schloss einen Konter mit einem Roller in die Arme von Keeper Riegler ab (78.), Alois Höller verzog von der Strafraumgrenze. Die Landeshauptstädter waren angezählt, kamen nur mehr durch einen Segovia-Kopfball gefährlich vor das Tor der Burgenländer (90.).
 

STIMMEN

Alexander Ibser, Torschütze zum 0:1: „Wir haben gut begonnen, sind aber nach dem Führungstor etwas zu tief gestanden. Nach der Pause hat St. Pölten ebenfalls Möglichkeiten gehabt, letztlich konnten wir das Spiel aber entscheiden und unterm Strich auch verdient gewinnen.“
 
SVM-Trainer Ivo Vastic: „Unterm Strich geht der Sieg in Ordnung, die Jungs haben vor allem eine grandiose Laufleistung geboten. Nach der Pause hatten wir eine Phase, in der St. Pölten stärker wurde und auch den Ausgleich auf dem Fuß hatte – man darf aber nicht vergessen, dass die auch Fußball spielen können. Mit dem zweiten Treffer war das Match aber gelaufen, da haben wir den Glauben an den Sieg wieder komplett gehabt. Dass wir dieses Spiel positiv beendet haben, ist ein weiterer Entwicklungsschritt.“
 
St. Pölten-Trainer Herbert Gager: „Wieder hatten wir hochkarätige Möglichkeiten, haben es aber nicht einmal geschafft, den Ball direkt auf das Tor zu bringen. So kann man nicht gewinnen. Wenn die Aktion zum 0:1 ein Elfer war, dann hätten wir sicher auch einen Penalty zugesprochen bekommen müssen.“
 
St. Pölten-Goalie Christoph Riegler: „Wenn du vorne nichts triffst, hilft es auch nichts, wenn ich als Tormann zwei Elfer halte. Das war heute zu wenig.“


SKN St. Pölten – SV Mattersburg 0:2 (0:1)

SKN St. Pölten: Riegler – Gluhakovic, Huber, Wisio, Holzmann – Ambichl (45. Schibany), Hofbauer, Parada (79. Starkl), Kerschbaumer (79. Drga), Luxbacher – Segovia

SV Mattersburg: Kuster – Farkas, Malic, Rath - Jano, Sprangler, Röcher (60. Höller), Perlak (66. Prietl), Novak – Ibser (79. Doleschal), Onisiwo

Tore: Ibser (17.), Onisiwo (77.) 

NV-Arena, 1.900 Zuschauer, SR Ciochirca